In Deutschland wurde im Februar 2026 Tollwut bei einer Hündin bestätigt, die bereits im November 2025 aus Russland über Lettland in die EU eingeführt worden war. Das Tier zeigte Aggressivität und Fressunlust und verstarb später in Quarantäne. Ermittlungen ergaben gefälschte Impfunterlagen und manipulierte Tollwutimpfungen bei mehreren importierten Tieren. Insgesamt waren 24 Tiere über eine russische Tierschutzorganisation transportiert worden. Acht Kontaktpersonen erhielten eine Postexpositionsprophylaxe (PEP), eine ungeimpfte Katze wurde eingeschläfert.
Erreger: Rabiesvirus (Tollwutvirus).
Übertragung: Speichel infizierter Säugetiere, meist über Bisse oder Kratzer.
Inkubationszeit: Wochen bis Monate.
Symptome beim Menschen: Fieber, Schmerzen oder Kribbeln an der Bissstelle, neurologische Symptome, Krämpfe, Lähmungen; Erkrankung ist immer tödlich.
Symptome bei Tieren: Verhaltensänderungen, Aggressivität, Speichelfluss, Lähmungen. Infizierte Tiere sind bereits asymptomatisch infektiös.
Therapie: Nach Symptombeginn keine wirksame Therapie; nach Exposition sofortige Wundversorgung und Postexpositionsprophylaxe entscheidend. Wirksame Impfung verfügbar.
Bewertung der Situation
Für die Allgemeinbevölkerung in Deutschland besteht aktuell kein relevantes Risiko, da keine Hinweise auf eine Ausbreitung in Wildtierpopulationen vorliegen. Der Fall zeigt jedoch erhebliche Schwachstellen bei der Kontrolle von Tierimporten und gefälschten Impfunterlagen innerhalb des EU-Heimtierhandels. Besonders problematisch sind Transporte aus Tollwut-Endemiegebieten.
Für Tierärzte, Tierheime, Tierschutzorganisationen sowie Personen mit engem Kontakt zu importierten Tieren besteht ein erhöhtes Expositionsrisiko. Unternehmen im Bereich Tiertransport oder Tierschutz könnten durch Quarantänemaßnahmen, Untersuchungen und Reputationsrisiken betroffen sein.
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