Nigeria hat bis zur epidemiologischen Woche 21 (18.–24.05.2026) insgesamt 829 bestätigte Lassa-Fieber-Fälle und 208 Todesfälle registriert. Darüber hinaus wurden landesweit 5.385 Verdachtsfälle gemeldet. Die Fallsterblichkeit liegt aktuell bei 25,1 % und damit deutlich höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Bestätigte Erkrankungen wurden aus 23 Bundesstaaten und 109 Local Government Areas (LGAs) gemeldet. Die meisten Fälle entfallen auf die Bundesstaaten Ondo (27 %), Bauchi (25 %), Taraba (16 %), Edo (9 %) und Benue (6 %), die zusammen 83 % aller bestätigten Infektionen ausmachen.
In der epidemiologischen Woche 21 wurden elf neue bestätigte Fälle registriert, gegenüber 24 Fällen in der Vorwoche. Dies deutet auf einen rückläufigen Trend der Neuinfektionen hin. Gleichzeitig wurde ein weiterer infizierter Beschäftigter im Gesundheitswesen gemeldet, wodurch sich die Gesamtzahl betroffener Gesundheitsfachkräfte im Jahr 2026 auf 46 erhöht.
Erreger: Lassa-Virus (Arenavirus).
Übertragung: Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Natal-Vielzitzenmäuse (Mastomys natalensis), kontaminierte Lebensmittel oder Oberflächen sowie direkter Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen.
Inkubationszeit: Meist 6–21 Tage.
Symptome: Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, Kopf- und Halsschmerzen, Husten, Übelkeit und Durchfall. Schwere Verläufe können zu Blutungen, Organversagen, neurologischen Komplikationen und Tod führen.
Therapie: Frühzeitige Behandlung mit Ribavirin kann den Krankheitsverlauf verbessern. Ergänzend erfolgt eine intensive symptomatische und unterstützende Therapie.
Bewertung der Situation
Die Zahl der Neuinfektionen nimmt derzeit zwar ab, die weiterhin hohe Fallsterblichkeit zeigt jedoch, dass Lassa-Fieber in Nigeria ein erhebliches Gesundheitsproblem bleibt. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden tragen insbesondere verspätete Arztvorstellungen, eingeschränkter Zugang zur medizinischen Versorgung sowie hohe Behandlungskosten zur erhöhten Sterblichkeit bei.
Besonders besorgniserregend ist die Zahl der infizierten Beschäftigten im Gesundheitswesen, was auf fortbestehende Risiken im Bereich der Infektionsprävention und -kontrolle hinweist. Die Erkrankung betrifft vor allem junge Erwachsene zwischen 21 und 30 Jahren.
Trotz des aktuellen Rückgangs der Fallzahlen bleibt die Übertragung in mehreren Bundesstaaten aktiv. Experten gehen davon aus, dass die Gesamtzahl der Fälle im Jahr 2026 erneut ein hohes Niveau erreichen könnte.
Empfehlungen
Reisende: Reisemedizinische Beratung einholen. Bei Reisen nach Nigeria sollten Kontakte mit Nagetieren und deren Ausscheidungen vermieden werden. Kontakt zu offensichtlich kranken Personen vermeiden. Lebensmittel sollten sicher gelagert und hygienische Maßnahmen konsequent eingehalten werden. Bei Fieber während oder nach einem Aufenthalt sollte eine rasche medizinische Abklärung erfolgen.
Unternehmen mit Entsendungen nach Nigeria: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende sollten über Übertragungswege, Hygienemaßnahmen und Symptome informiert werden. Besonders bei längeren Aufenthalten in ländlichen Gebieten sollten Maßnahmen zur Nagetierkontrolle sowie sichere Lebensmittel- und Wasserhygiene gewährleistet werden.
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