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Peru verzeichnet eine geografische Ausbreitung von Masern-Fällen in den südlichen Andenregionen. Bis zur epidemiologischen Woche 21 (Stand 30. Mai 2026) wurden landesweit bereits 446 bestätigte Fälle registriert, wobei das Epizentrum mit 440 Fällen in Puno liegt. Mitte Juni wurden nun auch aktive Übertragungen aus den Nachbarregionen Arequipa (16 bestätigte Fälle, davon 7 importiert und 9 lokal übertragen) und Cusco (5 bestätigte Fälle) gemeldet. Die Erkrankung betrifft in Arequipa und Cusco vor allem junge Erwachsene und Studierende im Alter von 10 bis 30 Jahren sowie unvollständig geimpfte Kinder. Alle bestätigten Patienten in Arequipa haben sich mittlerweile erholt und die Isolation beendet.

Erreger: Masern-Virus (hochinfektiöses RNA-Virus aus der Familie der Paramyxoviridae).

Übertragung: Äußerst leicht durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen) sowie durch Aerosole in der Luft, die beim Atmen oder Sprechen entstehen.

Symptome: Hohes Fieber, Husten, Schnupfen, Entzündungen der Atemwege und der Bindehaut (Konjunktivitis) sowie das charakteristische, großfleckige Hautexanthem (Hautausschlag), das sich vom Gesicht über den Körper ausbreitet.

Komplikationen: Mittelohrentzündung, Lungenentzündung (Pneumonie) sowie schwere neurologische Komplikationen wie die akute Gehirnentzündung (Enzephalitis) oder die tödlich verlaufende subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE). Zudem droht eine langanhaltende Schwächung des Immunsystems.

Therapie: Es gibt keine spezifische antivirale Behandlung; die Therapie erfolgt rein symptomatisch (Fiebersenkung, Flüssigkeitszufuhr, Schonung).

Bewertung der Situation

Die gleichzeitige Ausbreitung in Puno, Arequipa und Cusco zeigt, dass die Masern-Übertragung nicht mehr auf ein einzelnes Epizentrum beschränkt ist. Das Auftreten von lokalen Infektionen in Arequipa bestätigt eine fortlaufende Transmission innerhalb der Bevölkerung. Der Schwerpunkt der Infektionen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen weist auf kumulierte Immunitätslücken durch unzureichende Durchimpfungsraten mit dem MMR-Impfstoff (Masern-Mumps-Röteln) in den vergangenen Jahrzehnten hin. Gemeinschaftseinrichtungen wie Universitäten begünstigen die Ausbreitung in dieser Altersgruppe zusätzlich. Da zeitgleich auch ungeimpfte Kleinkinder betroffen sind, liegen die Empfänglichkeitslücken über mehrere Alterskohorten hinweg vor, was die Eindämmung erheblich erschwert. Die laufenden regionalen Impfkampagnen haben in Arequipa erst etwa die Hälfte der Zielpopulation erreicht, sodass weiterhin ein erheblicher Teil der Bevölkerung ungeschützt ist. Für Deutschland besteht durch Reiserückkehrer ein potenzielles Risiko für den Import einzelner Fälle; eine großflächige Ausbreitung ist wegen der hier geltenden Masernschulpflicht und hohen Immunität unwahrscheinlich. Unternehmen, die Personal in die betroffenen Regionen entsenden, müssen bei ungeimpften Mitarbeitern mit extrem hohen Infektions- und Ausfallrisiken sowie Quarantänemaßnahmen vor Ort rechnen.

Empfehlungen

Reisende: Reisemedizinische Beratung einholen. Vor der Reise nach Peru wird eine dringende reisemedizinische Beratung empfohlen. Reisende sollten ihren Impfstatus überprüfen und sicherstellen, dass sie über zwei dokumentierte Dosen des MMR-Kombinationsimpfstoffs verfügen. Bei unvollständigem Schutz sollte die Impfung umgehend nachgeholt werden. Engen Kontakt zu Personen mit Fieber oder sichtbarem Hautausschlag meiden. Bei Symptomen während oder nach der Reise ist sofort eine medizinische Abklärung unter Vorankündigung in der Praxis einzuleiten.

Unternehmen mit Entsendungen nach Peru: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge sollte der vollständige Masern-Impfschutz (zwei Impfdosen) aller zu entsendenden Mitarbeitenden verpflichtend überprüft und bei Bedarf vervollständigt werden. Mitarbeitende müssen über die hohe Infektionshaftung des Erregers, die Symptome und die Übertragungswege aufgeklärt werden. Im Falle eines Verdachtsfalls im Betrieb vor Ort sind sofortige Isolationsmaßnahmen zu ergreifen und lokale epidemiologische Protokolle zu befolgen.

Quelle der Meldung

La Lupa / El Pueblo

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