Das Gesundheitsministerium von Vanuatu hat für die Provinz Shefa auf der Insel Süd-Efate offiziell einen Dengue-Ausbruch ausgerufen. Bis zur epidemiologischen Woche 25 (Stand: 25. Juni 2026) wurden 23 laborbestätigte Fälle registriert, darunter zwei Krankenhausaufnahmen; Todesfälle wurden bislang nicht gemeldet. Rund 59 % der Erkrankungen entfallen auf das Gebiet Pango. Weitere Fälle wurden aus Erakor, Port Vila, Mele und Eratap gemeldet, was auf eine Ausbreitung über den ursprünglichen Infektionsherd hinaus hindeutet. Einige Erkrankte hatten zuvor Reisen in die Fidschi-Inseln unternommen. Der zirkulierende Dengue-Serotyp wird derzeit noch labordiagnostisch bestimmt.
Erreger: Dengue-Virus (DENV-1 bis DENV-4), ein RNA-Virus aus der Familie der Flaviviridae.
Inkubationszeit: Meist 4–10 Tage nach dem Stich einer infizierten Mücke.
Übertragung: Durch den Stich infizierter Aedes-Mücken, insbesondere Aedes aegypti und Aedes albopictus. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt nicht.
Symptome: Plötzlich einsetzendes hohes Fieber, starke Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Schmerzen hinter den Augen, Übelkeit, Erbrechen sowie Hautausschlag. Ein Teil der Infektionen verläuft symptomlos.
Komplikationen: Schweres Dengue mit Blutungen, Plasmaaustritt, Kreislaufschock und Organversagen. Besonders gefährdet sind Personen mit einer Zweitinfektion durch einen anderen Dengue-Serotyp sowie Menschen mit Vorerkrankungen.
Therapie: Es existiert keine spezifische antivirale Behandlung. Die Therapie erfolgt symptomatisch mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr, engmaschiger Überwachung und Behandlung möglicher Komplikationen. Acetylsalicylsäure und andere nichtsteroidale Antirheumatika sollten wegen des erhöhten Blutungsrisikos vermieden werden.
Bewertung der Situation
Die offizielle Ausrufung des Ausbruchs bestätigt eine etablierte lokale Dengue-Übertragung auf Süd-Efate. Während der Schwerpunkt der Erkrankungen weiterhin im Gebiet Pango liegt, zeigt das Auftreten weiterer Fälle in mehreren Ortschaften eine beginnende geografische Ausbreitung. Der bislang unbekannte Virus-Serotyp erschwert die Einschätzung des Risikos für schwere Krankheitsverläufe, da bei einer Infektion mit einem anderen Serotyp als einer früheren Erkrankung das Risiko für schweres Dengue deutlich ansteigt. Die begrenzten Kapazitäten des Gesundheitssystems Vanuatus könnten bereits bei einem moderaten Anstieg schwerer Erkrankungen belastet werden. Da in mehreren pazifischen Inselstaaten derzeit Dengue-Ausbrüche auftreten und einzelne Patienten zuvor nach Fidschi gereist waren, besteht weiterhin ein erhöhtes Risiko für weitere Viruseinträge und eine Ausbreitung innerhalb der Region.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reisen nach Vanuatu wird eine reisemedizinische Beratung empfohlen. Ein konsequenter Mückenschutz ist die wichtigste Präventionsmaßnahme. Hierzu gehören das Tragen langer, heller Kleidung, die regelmäßige Anwendung von Repellentien mit DEET oder Icaridin sowie das Schlafen unter imprägnierten Moskitonetzen oder in klimatisierten Räumen. Zusätzlich steht ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung. Bei Fieber innerhalb von zwei Wochen nach einer Reise sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen und auf den Aufenthalt in einem Dengue-Gebiet hingewiesen werden.
Unternehmen mit Entsendungen nach Vanuatu: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Impfung ermöglichen. Mitarbeitende sollten vor der Entsendung über das Dengue-Risiko und wirksame Maßnahmen zum Mückenschutz informiert werden. Arbeitgeber sollten geeignete Repellentien sowie gegebenenfalls imprägnierte Kleidung bereitstellen und Beschäftigte anweisen, Mückenschutz auch tagsüber konsequent anzuwenden, da Aedes-Mücken überwiegend tagsüber stechen. Bei fieberhaften Erkrankungen vor Ort ist eine frühzeitige medizinische Abklärung erforderlich.
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