Im nigerianischen Bundesstaat Benue wurden bis zum 23. Januar 2026 insgesamt neun Verdachtsfälle von Lassafieber gemeldet, davon fünf laborbestätigt. Zwei Erkrankte sind verstorben. Die Fälle konzentrieren sich auf die Local Government Areas Buruku und Makurdi. Zwei Gesundheitsfachkräfte sind unter den bestätigten Fällen, was auf mögliche nosokomiale Übertragungen hinweist. Der Ausbruch fällt in die Trockenzeit, die in Nigeria mit einem erhöhten Lassafieber-Risiko einhergeht. Die Behörden haben das Public Health Emergency Operations Centre aktiviert und umfassende Maßnahmen eingeleitet.
Erreger: Lassa-Virus (Arenavirus).
Übertragung: Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Mastomys-Ratten (z. B. über Lebensmittel); Mensch-zu-Mensch-Übertragung durch Körperflüssigkeiten, insbesondere im Gesundheitswesen.
Symptome: Fieber, allgemeine Schwäche, Kopf- und Muskelschmerzen; in schweren Fällen Blutungen, Atemnot, neurologische Symptome.
Komplikationen: Multiorganversagen, innere Blutungen; hohe Letalität bei verspäteter Behandlung.
Therapie: Frühzeitige antivirale Behandlung mit Ribavirin und intensivmedizinische supportive Therapie.
Bewertung der Situation
Für die lokale Bevölkerung besteht ein hohes Gesundheitsrisiko, insbesondere in betroffenen Regionen und für medizinisches Personal. Reisende sind bei engem Kontakt mit der lokalen Bevölkerung oder Gesundheitseinrichtungen potenziell gefährdet. Direkte Auswirkungen auf Deutschland sind derzeit gering. Unternehmen mit Entsendungen nach Nigeria tragen ein relevantes Risiko.
Empfehlungen
Reisende: Kontakt zu Nagetieren vermeiden, Lebensmittel sicher lagern, gute Hygiene einhalten, Menschenmengen und engen Kontakt zur einheimischen Bevölkerung soweit möglich meiden, bei Fieber sofort medizinische Hilfe suchen.
Unternehmen: Reisen kritisch prüfen, Mitarbeitende schulen, strikte Hygiene- und Schutzmaßnahmen sowie medizinische Notfallpläne sicherstellen.
Quelle der Meldung
PM News Nigeria / Punch News / Vanguard / Healthwise / Nigeria Centre for Disease Control (NCDC) / DRN
Ähnliche Meldungen
Gesundheitsrisikobericht 2025 – Global Health Risk Map 2026
Globale Dynamiken, regionale Risiken und strategische Konsequenzen Executive Summary Die weltweite Gesundheitsrisikolage befindet sich in einer Phase grundlegender Umbrüche. Nach dem Abklingen der…
Wichtig12. Januar 2026Allgemeine Meldungen,Aktuelles aus der PraxisGlobal Health Risk Map 2026,Travel Risk Management,Auslandsentsendung,Reisemedizin
Ciguatera-Gefahr in Queensland, Australien
Seit Ende April 2026 verzeichnen die Gesundheitsbehörden in Queensland, insbesondere an der Cassowary Coast, eine Häufung von Ciguatera-Fischvergiftungen. Die Erkrankung wird durch Ciguatoxine…
Cholera-Ausbruch im Jemen 2026
Im ersten Quartal 2026 verzeichnete der Jemen 3.177 Verdachtsfälle von Cholera und akuter wässriger Diarrhö (AWD), darunter drei Todesfälle. Das Land belegt damit weltweit den fünften Platz bei der…
Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff
Die WHO meldet eine Häufung von Fällen Hantavirus-Erkrankungen auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius mit 147 Personen an Bord. Das Schiff verlies Ushuaia, Argentinen am 1. April, auf seiner Route…
4. Mai 2026Aktuelle Epi-LageReisemedizin Augsburg Ingolstadt München,Travel Risk Management
Hantavirus-Todesfall in Chubut, Argentinien
In der argentinischen Provinz Chubut ist ein 15-jähriger Patient an den Folgen einer Hantavirus-Infektion verstorben. Es handelt sich um den dritten Fall innerhalb eines Familienclusters. Hantaviren…
7. April 2026Aktuelle Epi-LageReisemedizin Augsburg Ingolstadt München,Travel Risk Management




