In der indischen Stadt Indore, die seit acht Jahren als sauberste Stadt des Landes gilt, kam es im Stadtteil Bhagirathpura zu einem verheerenden Ausbruch einer Durchfallerkrankung. Seit dem 25.12.2025 wurden mindestens 10 Todesfälle (offizielle Angaben variieren bis zu 15) und über 1.400 Erkrankungen gemeldet. Mehr als 200 Menschen befinden sich in Krankenhäusern, davon 32 auf Intensivstationen.
Erreger: Labortests bestätigten fäkale Bakterien (Abwasserbakterien); der Verdacht auf Cholera wird derzeit geprüft.
Übertragung: Durch Abwasser kontaminiertes Trinkwasser der Narmada-Leitung. Ursache war ein Leck in einer Leitung direkt unter einer illegal errichteten Toilette ohne Septiktank.
Symptome: Heftiges Erbrechen, wässriger Durchfall, hohes Fieber und schwere Dehydration.
Komplikationen: Akutes Nierenversagen, septischer Schock und Tod innerhalb weniger Stunden (insbesondere bei Kindern und Senioren).
Therapie: Intensive Rehydration (ORS oder intravenös), Antibiotika bei bakterieller Bestätigung.
Bewertung der Situation
Für die einheimische Bevölkerung in Bhagirathpura (ca. 15.000 Menschen) besteht eine akute Lebensgefahr durch die veraltete Infrastruktur. Reisende in Indore sollten extrem vorsichtig sein, da das gesamte Leitungssystem als unsicher gilt. Für Deutschland besteht kein direktes Risiko. Unternehmen vor Ort müssen mit Personalausfällen rechnen und sollten die Trinkwasserversorgung ihrer Standorte sofort auf versiegelte Quellen oder professionelle Filtersysteme umstellen.
Empfehlungen
Reisende: Trinken Sie ausschließlich abgekochtes oder originalversiegeltes Flaschenwasser. Vermeiden Sie Eiswürfel, ungeschältes Obst und Leitungswasser beim Zähneputzen („Boil it, cook it, peel it, or forget it“).
Unternehmen: Bereitstellung von sicherem Trinkwasser für Mitarbeiter. Überprüfung der betrieblichen Sanitäranlagen auf Leckagen. Schulung des Personals zu Hygienemaßnahmen und Früherkennung von Symptomen.
Quelle der Meldung
Springer Nature / BNN / National Herald / Gulf News / Prokerala
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