Im Los Angeles County wurden im Jahr 2025 insgesamt 220 Fälle von flohübertragenem Fleckfieber gemeldet – ein historischer Höchststand und ein Anstieg um 17 % gegenüber 2024.
Auffällig ist die hohe Schwere der Erkrankungen: Rund 90 % der Betroffenen mussten hospitalisiert werden. Mehrere lokale Ausbrüche wurden u. a. in Zentral-Los Angeles, Santa Monica und Willowbrook festgestellt.
Die Erkrankung wird durch infizierte Flöhe übertragen, die häufig auf Ratten, streunenden Katzen oder Opossums vorkommen. Auch Haustiere können Flöhe in Haushalte einschleppen und so zur Exposition beitragen. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung findet nicht statt.
Erreger: Rickettsia typhi (bakteriell)
Übertragung: Kontakt mit Flohkot (über Hautverletzungen oder Schleimhäute), indirekt über befallene Tiere
Inkubationszeit: 7–14 Tage
Symptome: Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Hautausschlag
Komplikationen: Schwere Verläufe mit Hospitalisierung, selten Organbeteiligung
Therapie: Antibiotika (v. a. Doxycyclin), frühzeitige Behandlung entscheidend
Bewertung der Situation
Die stark gestiegenen Fallzahlen und die ungewöhnlich hohe Hospitalisierungsrate deuten auf eine zunehmende öffentliche Gesundheitsrelevanz hin. Die weite geografische Verteilung innerhalb des Countys spricht für günstige Umweltbedingungen für die Übertragung.
Für Reisende besteht ein moderates Risiko, insbesondere bei engem Kontakt zu Tieren oder in Gebieten mit erhöhter Flohbelastung. Für Deutschland besteht kein direktes Risiko, importierte Einzelfälle sind jedoch möglich.
Empfehlungen
Reisende: Kontakt zu streunenden Tieren vermeiden, Flohschutz bei Haustieren sicherstellen, Hautverletzungen schützen, auf Hygiene achten.
Unternehmen: Mitarbeitende bei Aufenthalten in betroffenen Regionen sensibilisieren, Informationen zu Präventionsmaßnahmen bereitstellen.
Quelle der Meldung
Los Angeles County Department of Public Health / Los Angeles Times / Patch Staff
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