Namibia verzeichnet in den ersten zehn epidemiologischen Wochen des Jahres 2026 einen deutlichen Wiederanstieg der Malariaübertragung. Bis Ende März wurden landesweit rund 28.000 Malariafälle und 21 Todesfälle gemeldet. Besonders betroffen sind die Regionen Sambesi (Zambezi), Kavango Ost und Kavango West. Insgesamt überschritten 21 Gesundheitsdistrikte die Epidemieschwelle.
Malaria wird durch Parasiten der Gattung *Plasmodium* verursacht und durch den Stich infizierter weiblicher *Anopheles*-Mücken übertragen. Typische Symptome sind Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeines Krankheitsgefühl. Schwere Verläufe können zu Anämie, Organversagen, neurologischen Komplikationen und zum Tod führen. Die Behandlung erfolgt mit medikamentös, je nach Schwere der Erkrankung stationär oder ambulant, überwiegend mit Artemisinin-basierten Kombinationstherapien. Hinweise auf eine mögliche partielle Artemisinin-Resistenz werden derzeit untersucht.
Die hohe Zahl lokal erworbener Infektionen nach der Regenzeit wird begünstigt durch ungewöhnlich starke Regenfälle sowie Lücken bei der Vektorkontrolle.
Bewertung der Situation
Für die einheimische Bevölkerung besteht ein erhöhtes Erkrankungs- und Hospitalisierungsrisiko, insbesondere in den Hochrisikoregionen. Reisende in die betroffenen Gebiete haben ein deutlich erhöhtes Expositionsrisiko. Für Deutschland besteht kein Risiko einer nachhaltigen Übertragung, jedoch können importierte Erkrankungsfälle auftreten. Unternehmen mit entsandten Mitarbeitenden müssen mit erhöhten Gesundheitsrisiken, krankheitsbedingten Ausfällen und potenziellen Evakuierungs- bzw. Behandlungskosten rechnen.
Empfehlungen
Für Reisende:
- Konsequenter Mückenschutz (Repellents, lange Kleidung, Moskitonetze).
- Aufgrund des aktuell außergewöhnlich hohen Malariarisikos wird in den nördlichen Regionen Namibias bereits außerhalb der Saison die Einnahme von Malariachemoprophylaxe empfohlen.
- Sofortige medizinische Abklärung bei Fieber während oder nach der Reise.
Für Unternehmen:
- Reisemedizinische Beratung und arbeitsmedizinische Vorsorge vor Entsendungen.
- Bereitstellung von Mückenschutzmitteln und ggf. Chemoprophylaxe.
- Information über Symptome und Notfallmaßnahmen.
- Überprüfung von Reise- und Evakuierungsplänen für betroffene Regionen.
Quelle der Meldung:
WHO Office in Namibia (Facebook) | New Era Live | Malaria Visual Atlas
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