Das Nigeria Centre for Disease Control and Prevention (NCDC) meldete bis zur epidemiologischen Woche 17 (20.–26.04.2026) insgesamt 190 Todesfälle im Zusammenhang mit Lassa-Fieber. Die Fallsterblichkeitsrate (Case Fatality Rate, CFR) liegt aktuell bei 25,2 % und damit deutlich über dem Wert des Vorjahreszeitraums (19,1 %) sowie über früheren saisonalen Spitzenwerten.
Von Januar bis Ende April 2026 wurden rund 754 bestätigte Fälle registriert. Die meisten Erkrankungen konzentrieren sich weiterhin auf die Bundesstaaten Ondo, Edo und Bauchi, auf die etwa 72–85 % der bestätigten Fälle entfallen.
Gesundheitsbehörden sehen Hinweise auf verzögerte Diagnosestellung, verspätete Behandlung sowie mögliche Engpässe bei Ribavirin, dem wichtigsten antiviralen Medikament zur Therapie von Lassa-Fieber. Die saisonale Hauptübertragungszeit hat inzwischen nachgelassen, jedoch bleibt die erhöhte Sterblichkeit ein wesentliches Warnsignal.
Erreger: Lassa-Virus (Arenavirus)
Übertragung: Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Mastomys-Nagetiere; außerdem Mensch-zu-Mensch-Übertragung über Blut und Körperflüssigkeiten möglich
Inkubationszeit: Meist 6–21 Tage
Symptome: Fieber, Schwäche, Kopf- und Halsschmerzen, Erbrechen, Durchfall; schwere Verläufe mit Blutungen und Organversagen möglich
Komplikationen: Hämorrhagisches Fieber, neurologische Komplikationen, Multiorganversagen und hohe Sterblichkeit
Therapie: Frühzeitige Behandlung mit Ribavirin sowie intensivmedizinische supportive Therapie
Bewertung der Situation
Die aktuelle Fallsterblichkeit liegt deutlich über den Durchschnittswerten der vergangenen Jahre und weist auf erhebliche Herausforderungen bei früher Diagnose und Behandlung hin. Besonders in ländlichen und periurbanen Regionen könnten begrenzte Gesundheitsressourcen und verspätete Vorstellung in medizinischen Einrichtungen zur erhöhten Sterblichkeit beitragen.
Die saisonale Fallzahl dürfte in den kommenden Monaten zwar rückläufig sein, dennoch bleibt Lassa-Fieber aufgrund des endemischen Vorkommens in Nigeria ein relevantes Gesundheitsrisiko. Eine mögliche Ausweitung in urbane oder periurbane Gebiete könnte das Risiko weiterer Übertragungen erhöhen.
Für Reisende ist das Risiko insgesamt gering, steigt jedoch bei engem Kontakt zu Erkrankten oder Aufenthalten unter einfachen hygienischen Bedingungen in betroffenen Regionen.
Empfehlungen
Reisende: Kontakt mit Nagetieren und deren Ausscheidungen vermeiden; Lebensmittel hygienisch lagern; konsequente Handhygiene einhalten; bei Fieber nach Aufenthalt frühzeitig medizinische Abklärung suchen.
Unternehmen mit Entsendungen: Mitarbeitende über Übertragungswege und Hygienemaßnahmen informieren; Unterkünfte mit guten hygienischen Standards sicherstellen; medizinische Notfall- und Evakuierungspläne überprüfen; arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen.
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