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Die hochpathogene aviäre Influenza (HPAI, H5) zirkuliert weiterhin in Europa, auch wenn in mehreren Ländern ein rückläufiger Trend beobachtet wird. Seit Beginn der Saison 2025/2026 wurden bis zum 10.05.2026 insgesamt 843 Ausbrüche in Geflügelbetrieben, 226 Ausbrüche bei gehaltenen Vögeln sowie 7067 Fälle bei Wildvögeln in 36 europäischen Ländern bestätigt.

Besonders betroffen sind Deutschland, Polen, Frankreich, das Vereinigte Königreich und Italien. Polen meldet weiterhin hohe Fallzahlen mit mehr als zehn neuen Geflügelausbrüchen pro Woche im April 2026. In Frankreich wurden nach einer sechswöchigen Pause erneut Ausbrüche festgestellt, darunter auch ein Fall in einem Betrieb mit geimpften Enten.

Die derzeit dominierende Viruslinie in Europa ist die Subvariante EA-2024-DI.2.1. Parallel zirkulieren weitere genetische Varianten, was die Nachverfolgung und Eindämmung erschwert.

Erreger: Hochpathogenes aviäres Influenza-A-Virus Subtyp H5.

Übertragung: Direkter Kontakt zwischen Wildvögeln und Geflügel, kontaminierte Materialien, Tiertransporte sowie indirekte Übertragung über Umweltkontakte.

Inkubationszeit: Meist wenige Tage.

Symptome bei Tieren: Plötzliche Todesfälle, Atemwegssymptome, verminderte Legeleistung, neurologische Symptome.

Risiko für Menschen: Menschliche Infektionen bleiben selten, sind aber bei engem Kontakt zu infizierten Tieren möglich.

Therapie: Keine spezifische Behandlung bei Geflügel; Bekämpfung durch Keulung, Biosicherheitsmaßnahmen und Überwachung.

Bewertung der Situation

Die allgemeine Lage in Europa zeigt zwar saisonal rückläufige Trends, jedoch bestehen weiterhin relevante Risiken durch anhaltende Viruszirkulation in Wildvogelpopulationen und Geflügelbeständen. Besonders Polen bleibt ein Schwerpunktgebiet mit fortgesetzter Übertragung. Die erneuten Fälle in Südwestfrankreich verdeutlichen zudem das Risiko neuer regionaler Cluster in geflügeldichten Gebieten.

Für die Allgemeinbevölkerung besteht derzeit ein geringes Risiko. Für Geflügelhalter, Landwirtschaftsbetriebe und Unternehmen der Lebensmittel- und Agrarbranche bleibt das Risiko jedoch erhöht. Handels- und Produktionsausfälle sowie Einschränkungen im Tierverkehr sind möglich.

Empfehlungen

Reisende und Privatpersonen: Kontakt zu kranken oder verendeten Wildvögeln vermeiden und tote Tiere nicht anfassen. Hygienemaßnahmen nach Tierkontakt beachten.

Unternehmen und Landwirtschaft: Biosicherheitsmaßnahmen konsequent umsetzen, Tierbestände überwachen und Meldepflichten bei Verdachtsfällen beachten. Transporte und Kontakte zwischen Betrieben möglichst reduzieren.

Quelle der Meldung

French Animal Health Epidemic Surveillance Platform

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Dr. med Til Berger

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