Im US-Bundesstaat Louisiana wurde seit Beginn des Jahres 2025 ein deutlicher Anstieg von Fällen des Fleckfieber (muriner Typhus, im Englischen: „Typhus“, „fleaborn typhus“) registriert. Bis Mai 2026 wurden insgesamt 17 bestätigte Erkrankungsfälle gemeldet, die sämtlich eine Hospitalisierung erforderten. Zwei Patienten verstarben infolge der Infektion.
Die meisten Fälle konzentrieren sich auf die Region Acadiana beziehungsweise den Bereich Lafayette. Als hauptsächlicher Erreger wurde Rickettsia typhi identifiziert. Aufgrund der Häufung veröffentlichte das Louisiana Department of Health am 14.05.2026 eine offizielle Gesundheitswarnung (HAN-26-1) für medizinische Einrichtungen und Gesundheitsdienstleister.
Zwischen 2010 und 2024 waren im gesamten Bundesstaat lediglich 21 Fälle registriert worden. Da Fleckfieber in Louisiana bislang nicht meldepflichtig ist, wird von einer relevanten Dunkelziffer ausgegangen.
Erreger: Rickettsia typhi oder R prowazekii. Im Gegensatz zum abdominalen Typhus (im Englichesn „typhoid (fever)“), der durch Salmonella typhi verursacht wird.
Übertragung: Über infizierte Flöhe oder Läuse, insbesondere deren Kot, der über kleine Hautverletzungen oder Schleimhäute aufgenommen wird; Reservoirtiere sind vor allem Ratten, Opossums, Katzen und Hunde.
Inkubationszeit: Meist 7–14 Tage.
Symptome: Fieber, starke Kopfschmerzen, Müdigkeit, Hautausschlag sowie allgemeines Krankheitsgefühl.
Komplikationen: Schwere Verläufe mit Leberentzündung, neurologischen Komplikationen, Nierenversagen oder Sepsis möglich.
Therapie: Frühzeitige antibiotische Behandlung mit Doxycyclin gilt als Standardtherapie.
Bewertung der Situation
Der aktuelle Anstieg stellt eine deutliche Abweichung vom bisherigen epidemiologischen Hintergrund in Louisiana dar. Besonders auffällig ist die hohe Zahl schwerer Verläufe mit Hospitalisierung und Todesfällen. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass mildere Erkrankungen aufgrund fehlender Meldepflicht und unspezifischer Symptomatik bislang nicht vollständig erfasst werden.
Die geografische Konzentration im Raum Lafayette deutet auf lokale ökologische Faktoren hin. Hohe Flohpopulationen sowie das Vorkommen typischer Reservoirtiere in urbanen und periurbanen Gebieten könnten die Übertragung begünstigen. Klimatische Bedingungen im Süden der USA fördern zusätzlich die ganzjährige Aktivität von Flöhen.
Die Erkrankung ist außerhalb endemischer Gebiete häufig wenig bekannt und kann klinisch mit anderen fieberhaften Erkrankungen verwechselt werden. Verzögerte Diagnosestellung erhöht das Risiko schwerer Komplikationen deutlich.
Für die Allgemeinbevölkerung bleibt das Risiko insgesamt begrenzt, insbesondere bei konsequenter Schädlings- und Flohkontrolle. Für Personen mit engem Kontakt zu Tieren oder belasteten Umgebungen kann das Expositionsrisiko jedoch erhöht sein.
Empfehlungen
Reisende: Kontakt zu (Wild-)tieren vermeiden, Haustiere regelmäßig gegen Flöhe behandeln und auf Hygiene- sowie Schädlingskontrollmaßnahmen achten.
Unternehmen: Mitarbeitende in betroffenen Regionen über Präventionsmaßnahmen informieren, insbesondere bei Tätigkeiten mit Tierkontakt oder Arbeiten im Außenbereich.
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