Bis zum 10.05.2026 wurden in Ho-Chi-Minh-Stadt insgesamt 15 989 Fälle der Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMD) registriert. Dies entspricht einem Anstieg von 257,8 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Landesweit meldete das vietnamesische Gesundheitsministerium in den ersten drei Monaten 2026 insgesamt 25 094 Fälle – mehr als fünfmal so viele wie im gleichen Zeitraum 2025. Mindestens acht Todesfälle wurden bislang mit HFMD in Verbindung gebracht.
Besonders betroffen sind die südlichen Provinzen Vietnams, darunter Khanh Hoa und Lam Dong, wo sich die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr vervielfacht haben. Die Übertragung konzentriert sich vor allem auf Vorschulen, Kindergärten und dicht besiedelte Wohngebiete.
Die Mehrheit der Erkrankten sind Kinder unter fünf Jahren. Als wichtigste Erreger wurden Enterovirus A71 (EV-A71) und Coxsackievirus A16 (CV-A16) identifiziert. Besonders EV-A71 gilt als klinisch relevant, da es mit schweren neurologischen Komplikationen assoziiert ist. Laboruntersuchungen zeigten zuletzt einen hohen Anteil des EV-A71-Subgenotyps C1 bei schweren Krankheitsverläufen.
Erreger: Enterovirus A71 (EV-A71) und Coxsackievirus A16 (CV-A16)
Übertragung: Fäkal-orale Übertragung, Kontakt mit Atemwegssekreten sowie kontaminierten Oberflächen
Inkubationszeit: Meist 3–7 Tage
Symptome: Fieber, schmerzhafte Mundgeschwüre, Hautausschlag und Bläschen an Händen, Füßen und Gesäß
Komplikationen: Neurologische Komplikationen wie Hirnstammentzündung, Krampfanfälle, akute Lähmungen sowie kardio-pulmonale Komplikationen möglich
Therapie: Symptomatische und supportive Behandlung; keine spezifische antivirale Therapie verfügbar
Bewertung der Situation
Der starke Anstieg der HFMD-Fälle während der saisonalen Hochphase weist auf eine breite Übertragung insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen für Kleinkinder hin. Die Beteiligung von EV-A71 erhöht das Risiko schwerer neurologischer Verläufe und stellt eine zusätzliche Belastung für regionale Gesundheitseinrichtungen dar.
Die hohe Zahl schwerer Fälle und Todesfälle deutet darauf hin, dass aktuell möglicherweise virulentere EV-A71-Varianten zirkulieren. Vorschul- und Betreuungseinrichtungen bleiben zentrale Orte der Übertragung.
Für Reisende ist das Risiko insgesamt gering. Familien mit kleinen Kindern sollten jedoch Hygienemaßnahmen beachten, insbesondere bei Aufenthalten in stark betroffenen Regionen Südvietnams.
Empfehlungen
Reisende: Konsequente Handhygiene einhalten; engen Kontakt zu erkrankten Kindern vermeiden; auf Symptome bei Kindern achten und bei neurologischen Auffälligkeiten sofort medizinische Hilfe suchen.
Unternehmen mit Entsendungen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende mit Familien über aktuelle HFMD-Risiken informieren; Hygienemaßnahmen in Unterkünften und Betreuungseinrichtungen fördern; bei längeren Aufenthalten medizinische Versorgungskapazitäten vor Ort prüfen.
Quelle der Meldung
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