In den USA wurden während der Influenzasaison 2025–2026 bislang zwei humane Infektionen mit dem Influenza-A(H1N2)-Variantvirus (H1N2v) gemeldet. Der jüngste Fall wurde Anfang April 2026 im Bundesstaat Nebraska bei einer Person unter 18 Jahren festgestellt. Die betroffene Person entwickelte eine Atemwegserkrankung, musste nicht hospitalisiert werden und erholte sich vollständig. Eine anhaltende Mensch-zu-Mensch-Übertragung wurde nicht festgestellt. Bereits im Oktober 2025 war ein erster Fall in Vermont registriert worden. Ermittlungen der Gesundheitsbehörden ergaben beim aktuellen Fall keinen direkten oder indirekten Kontakt zu Schweinen.
Erreger: Influenza-A(H1N2)-Variantvirus (H1N2v), ein Schweine-influenzavirus mit zoonotischem Potenzial.
Übertragung: Vor allem durch direkten oder indirekten Kontakt mit infizierten Schweinen oder kontaminierten Stallumgebungen; begrenzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung möglich.
Inkubationszeit: Meist 1–4 Tage.
Symptome: Fieber, Husten, Halsschmerzen, Gliederschmerzen, Müdigkeit und weitere grippeähnliche Beschwerden.
Komplikationen: Schwere Atemwegserkrankungen und Hospitalisierung möglich, insbesondere bei Risikogruppen.
Therapie: Frühzeitige antivirale Behandlung (z. B. Neuraminidasehemmer) sowie symptomatische/supportive Therapie.
Bewertung der Situation
Die bislang gemeldeten Fälle entsprechen der üblichen niedrigen Zahl sporadischer H1N2v-Infektionen in den USA. Besonders relevant ist jedoch, dass beim jüngsten Fall kein Schweinekontakt festgestellt werden konnte. Derzeit gibt es keine Hinweise auf eine anhaltende Übertragung zwischen Menschen. Mit Beginn der landwirtschaftlichen Messe- und Viehausstellungssaison im Sommer könnte das Risiko weiterer zoonotischer Übertragungen steigen.
Empfehlungen
Reisende: Kontakt zu Schweinen und Stallbereichen insbesondere auf Landwirtschaftsmessen vermeiden; allgemeine Hygienemaßnahmen beachten; bei grippeähnlichen Symptomen nach Tierkontakt ärztliche Abklärung veranlassen.
Unternehmen mit Entsendungen: Mitarbeitende mit beruflichem Kontakt zu Nutztieren oder landwirtschaftlichen Veranstaltungen über Risiken informieren; Hygienekonzepte und Meldewege für respiratorische Erkrankungen überprüfen; bei Reisen in betroffene Regionen medizinische Beratung und Surveillance sicherstellen.
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