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Seit dem 15. März 2026 verzeichnet Bangladesch einen massiven Anstieg von Masernfällen. Bis zum 04. Mai wurden landesweit 41.793 Verdachtsfälle und 118 Todesfälle bei Kindern gemeldet. Allein in den letzten 24 Stunden kamen 1.302 Neumeldungen hinzu. Die Epidemie betrifft das gesamte Land, mit einer besonders kritischen Lage in dicht besiedelten Gebieten und Flüchtlingslagern.

Krankheitsbild: Masern werden durch das Masernvirus ausgelöst und sind hochgradig ansteckend. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion oder Aerosole (Husten, Niesen, Sprechen). Typische Symptome sind hohes Fieber, Husten, Schnupfen und der charakteristische rote Hautausschlag. Schwere Komplikationen wie Lungenentzündungen, Erblindung oder lebensgefährliche Gehirnentzündungen (Enzephalitis) können auftreten. Eine spezifische antivirale Therapie existiert nicht; die Behandlung erfolgt symptomatisch, oft ergänzt durch die Gabe von Vitamin A zur Reduktion der Sterblichkeit.

Bewertung der Situation

Die einheimische Bevölkerung, insbesondere Kinder, ist durch die hohe Übertragungsrate stark gefährdet. Für Reisende ohne vollständigen Impfschutz besteht ein extremes Infektionsrisiko. Für Deutschland besteht die Gefahr von Falleinschleppungen durch Reiserückkehrer, was bei lokalen Impflücken zu kleineren Ausbrüchen führen kann. Unternehmen vor Ort müssen mit krankheitsbedingten Personalausfällen und einer erhöhten Gefährdung für entsandte Mitarbeiter rechnen.

Empfehlungen

Reisende: reisemedizinische Beratung frühzeitig in Anspruch nehmen. Dringende Überprüfung und ggf. Auffrischung des eigenen Impfschutzes (zwei Dosen für lebenslangen Schutz). Ungeimpfte Personen sollten Reisen in betroffene Regionen derzeit vermeiden.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge für entsandte Mitarbeiter. Implementierung von Hygieneprotokollen und Aufklärung über Früherkennungssymptome, um betriebliche Infektionsketten zu vermeiden.

Quelle der Meldung

IFRC

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Dr. med Til Berger

Facharzt für Allgemeinmedizin
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Diplom Tropenmedizin (BNI)

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