Peru hat aufgrund eines größeren Masernausbruchs den gesundheitlichen Notstand für zunächst 90 Tage ausgerufen. Betroffen sind die Hauptstadtregion Lima, die Provinz Callao sowie zwölf weitere Regionen, darunter Puno, Arequipa und Cusco. Besonders stark betroffen ist die Region Puno an der Grenze zu Bolivien: Bis zum 14. Mai 2026 wurden dort 231 bestätigte und 115 Verdachtsfälle registriert. Zudem wurden erstmals seit Jahren lokal übertragene Fälle in Lima nachgewiesen.
Masern werden durch das Masernvirus verursacht, ein hochkontagiöses Virus aus der Familie der Paramyxoviren. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über Tröpfcheninfektion und Aerosole beim Husten, Niesen oder Sprechen. Bereits kurze Aufenthalte in gemeinsam genutzten Innenräumen können für eine Ansteckung ausreichen.
Typische Symptome sind hohes Fieber, Husten, Schnupfen, Bindehautentzündung und der charakteristische Hautausschlag. Komplikationen umfassen Mittelohrentzündungen, schwere Lungenentzündungen sowie neurologische Komplikationen wie Enzephalitis. Besonders gefährdet sind Säuglinge, ungeimpfte Personen und immungeschwächte Menschen. Eine spezifische antivirale Therapie existiert nicht; behandelt werden vor allem Symptome und Komplikationen. Der wirksamste Schutz ist die vollständige Impfung mit einem Masern-Mumps-Röteln-(MMR)-Impfstoff.
Die peruanischen Behörden führen den Ausbruch insbesondere auf bestehende Impflücken zurück. Die Ausbreitung über mehrere Regionen sowie Fälle an einer Universität in Arequipa zeigen, dass die Infektionskette nicht mehr lokal begrenzt ist. Auch die Nähe zu Bolivien, wo bereits seit 2025 ein größerer Masernausbruch besteht, erhöht das Risiko grenzüberschreitender Transmissionen.
Bewertung der Situation
Für die einheimische Bevölkerung besteht ein erhebliches Gesundheitsrisiko, insbesondere in Regionen mit niedriger Impfquote und eingeschränktem Zugang zur Gesundheitsversorgung. Die Ausrufung des Gesundheitsnotstands deutet auf die Sorge der Behörden hin, dass sich die Erkrankung landesweit etablieren könnte.
Für Reisende nach Peru besteht insbesondere in Lima, Puno und weiteren betroffenen Regionen ein erhöhtes Infektionsrisiko, wenn kein vollständiger Impfschutz vorliegt. Aufgrund der hohen Kontagiosität der Masern kann es auch in Flughäfen, öffentlichen Verkehrsmitteln, Hotels oder touristischen Einrichtungen zu Übertragungen kommen.
Für Deutschland ist das Risiko importierter Fälle relevant, insbesondere durch Rückkehrende ohne ausreichenden Impfschutz. Masernfälle können lokale Ausbrüche verursachen, wenn ungeimpfte Bevölkerungsgruppen betroffen sind.
Unternehmen mit entsandten Mitarbeitenden in Peru sollten die Situation aufmerksam verfolgen. Dienstreisen in betroffene Regionen können zu Gesundheitsrisiken, Arbeitsausfällen und organisatorischen Einschränkungen führen. Besonders betroffen sind Unternehmen mit längerfristigen Aufenthalten, Projekten im Außendienst oder engem Kontakt zur lokalen Bevölkerung. Insbesondere bei Entsendung von Mitarbeitern mit Familie ist besondere Fürsorge geboten.
Empfehlungen
Reisende nach Peru sollten vor Abreise ihren Masernimpfstatus überprüfen. Empfohlen wird ein vollständiger MMR-Impfschutz mit zwei dokumentierten Impfungen gemäß den Empfehlungen der Ständige Impfkommission. Ungeimpfte oder nur einmal geimpfte Personen sollten eine Nachholimpfung rechtzeitig vor Reiseantritt durchführen lassen.
Zusätzlich sollten Reisende Menschenansammlungen möglichst meiden, auf konsequente Händehygiene achten und bei Symptomen wie Fieber oder Hautausschlag umgehend medizinische Hilfe suchen sowie Kontakte reduzieren.
Unternehmen sollten vor Entsendungen eine reisemedizinische Beratung und arbeitsmedizinische Vorsorge für Mitarbeitende und ggfs. deren Familien sicherzustellen. Empfehlenswert ist die kontinuierliche Beobachtung der Lageentwicklung. Für nicht dringend erforderliche Reisen in stark betroffene Regionen sollte eine Risikoabwägung erfolgen.
Quelle der Meldung
Peruanisches Gesundheitsministerium | Peruanisches Gesundheitsministerium 2 | Infobae
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