In Botswana wurden neue Verdachtsfälle der Maul- und Klauenseuche (Foot and Mouth Disease, FMD) des Serotyps SAT1 in der Zone 11 nahe der Grenze zu Südafrika festgestellt. Betroffen sind die Farmen Steelbase Farm und Mpusang Farm im Gebiet Banyana Farms im Süden des Landes.
Die Behörden haben umfangreiche Kontrollmaßnahmen aktiviert. Bewegungen von Klauentieren innerhalb sowie aus den Zonen 11 und 13 heraus bleiben eingeschränkt. Kontrollpunkte überwachen Tiertransporte und Grenzbewegungen. Bis zum 17.05.2026 wurden in Zone 11 rund 16.729 von erwarteten 20.485 Rindern geimpft, was einer Impfquote von etwa 82 % entspricht.
Botswana kämpft derzeit mit mehreren parallelen FMD-Ausbruchsgeschehen. Die Ausbreitung betrifft inzwischen zahlreiche Regionen des Landes, darunter auch bisher als seuchenfrei geltende Gebiete. Aufgrund der wiederholten Ausbrüche wurde der internationale Status mehrerer botswanischer FMD-freier Zonen vorübergehend ausgesetzt.
Erreger: Maul- und Klauenseuche-Virus (FMDV), Serotyp SAT1.
Übertragung: Hochansteckend durch direkten Tierkontakt, kontaminierte Gegenstände, Fahrzeuge sowie Tierbewegungen.
Symptome bei Tieren: Fieber, Speichelfluss, Lahmheit sowie Bläschen im Maul- und Klauenbereich.
Komplikationen: Produktionsverluste, Handelsbeschränkungen und wirtschaftliche Schäden in der Viehwirtschaft.
Therapie: Keine spezifische Behandlung; Bekämpfung erfolgt durch Impfungen, Bewegungsbeschränkungen und Biosicherheitsmaßnahmen.
Bewertung der Situation
Die Ausbreitung in südliche Grenzregionen nahe Südafrika gilt als epidemiologisch bedeutsam, da diese Regionen bislang nicht zu den Hauptschwerpunkten gehörten. Die Nähe zu informellen Grenzübergängen erhöht das Risiko grenzüberschreitender Verbreitung zusätzlich.
Die erreichte Impfquote verbessert den Schutz der Tierbestände, reicht jedoch möglicherweise noch nicht aus, um die Viruszirkulation vollständig zu unterbrechen. Nicht geimpfte Tierbestände stellen weiterhin ein relevantes Risiko dar.
Für die menschliche Gesundheit besteht kein direktes Risiko. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind jedoch erheblich: Handelsbeschränkungen, Einschränkungen im Tiertransport und der Verlust des internationalen FMD-Freistatus belasten Landwirtschaft, Viehhandel und Exportwirtschaft deutlich.
Empfehlungen
Unternehmen im Agrar- und Logistiksektor:
Lieferketten und Tiertransporte überprüfen sowie mögliche Auswirkungen auf Export- und Handelsprozesse berücksichtigen.
Reisende:
Keine tierischen Produkte oder Tiere über informelle Grenzübergänge transportieren. Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen beachten.
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