In den pakistanischen Provinzen Sindh und Khyber Pakhtunkhwa wurden zwei neue Fälle von Wildpoliovirus Typ 1 (WPV1) bestätigt. Damit steigt die Gesamtzahl im Jahr 2026 auf drei Fälle.
Die Erkrankung: Poliomyelitis wird durch das Poliovirus (hier WPV1) ausgelöst. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral durch kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel.
Symptome: Fieber, Erschöpfung, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen.
Komplikationen: In schweren Fällen kommt es zu irreversiblen Lähmungen (meist der Beine) oder Atemlähmung mit Todesfolge.
Therapie: Es gibt keine Heilung; die Behandlung ist rein symptomatisch. Prävention erfolgt ausschließlich durch Impfung.
Bewertung der Situation
Für die lokale Bevölkerung, insbesondere ungeimpfte Kinder, besteht ein hohes Risiko. Für Reisende ist das Risiko bei bestehendem Impfschutz gering, jedoch sind Einreisebeschränkungen (Impfnachweis) möglich. Auswirkungen auf Deutschland sind aufgrund hoher Impfquoten minimal. Unternehmen vor Ort müssen mit Beeinträchtigungen durch Gesundheitskampagnen oder Personalausfälle rechnen.
Empfehlungen
Reisende: Reisemedizinische Beratung frühzeitig in Anspruch nehmen. Vollständiger Impfschutz (Auffrischung alle 10 Jahre, bei Aufenthalt >4 Wochen oft Pflichtnachweis) und strikte Trinkwasser- sowie Lebensmittelhygiene.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge für entsandte Mitarbeiter sicherstellen. Insbesondere für langfristig entsandte Mitarbeiter ist eine Polioimpfung, die nicht älter als 1 Jahr ist bei Ausreise(!) aus Pakistan vorgeschrieben. Überprüfung des Impfstatus entsandter Mitarbeiter und Unterstützung lokaler Präventionsmaßnahmen.
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