In Kalifornien wurden zwischen dem 18.11.2025 und dem 14.05.2026 insgesamt 49 Fälle schwerer Wildpilzvergiftungen gemeldet. Vier Menschen verstarben infolge der Vergiftung, mindestens vier weitere benötigten eine Lebertransplantation. Die Fälle konzentrieren sich vor allem auf Nordkalifornien und die Bay Area, inzwischen wurden jedoch auch Erkrankungen im Central Valley und Monterey County registriert.
Als Hauptursache gelten hochgiftige Pilzarten wie der „Death Cap“ (Amanita phalloides) und der „Destroying Angel“ (Amanita ocreata). Gesundheitsbehörden führen den ungewöhnlich langen und schweren Verlauf des Ausbruchs unter anderem auf starke und anhaltende Regenfälle zurück, die das Pilzwachstum begünstigten.
Erreger/Toxin: Amatoxine aus hochgiftigen Amanita-Pilzen.
Übertragung: Aufnahme durch Verzehr giftiger Wildpilze.
Inkubationszeit: Erste Symptome meist 6–24 Stunden nach Verzehr.
Symptome: Übelkeit, Erbrechen, starke Durchfälle und Bauchschmerzen, später mögliche schwere Leberschädigung.
Komplikationen: Akutes Leberversagen, Organversagen, Todesfälle; teilweise Lebertransplantation erforderlich.
Therapie: Keine spezifische Gegenmitteltherapie verfügbar; Behandlung intensivmedizinisch und symptomatisch.
Bewertung der Situation
Für die Bevölkerung in betroffenen Regionen Kaliforniens besteht ein erhöhtes Risiko beim Sammeln und Verzehr von Wildpilzen. Besonders gefährdet sind unerfahrene Sammler sowie Kinder. Der aktuelle Ausbruch überschreitet das übliche saisonale Niveau deutlich und zählt zu den schwersten dokumentierten Pilzvergiftungsereignissen in Kalifornien.
Für Reisende besteht ein moderates Risiko bei eigenständigem Pilzsammeln oder Verzehr nicht sicher identifizierter Wildpilze. Für Deutschland besteht kein direktes Risiko; importierte Einzelfälle nach Reisen sind jedoch möglich. Unternehmen mit Mitarbeitenden vor Ort könnten durch Erkrankungen oder Krankenhausaufenthalte betroffen sein.
Empfehlungen
Reisende: Keine selbst gesammelten Wildpilze verzehren, sofern keine sichere fachkundige Bestimmung erfolgt ist. Bei Symptomen nach Pilzverzehr sofort medizinische Hilfe aufsuchen.
Unternehmen: Mitarbeitende über Risiken von Wildpilzen informieren, insbesondere bei Outdoor-Aktivitäten oder längeren Aufenthalten in betroffenen Regionen.
Quelle der Meldung
California Poison Control System (CPCS) / California Department of Public Health / SFGATE / KTLA
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