Der Ausbruch der durch das Bundibugyo-Ebolavirus verursachten Erkrankung in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und Uganda hält an. Nach Angaben der WHO wurden bis zum 05. Juni 2026 insgesamt 507 bestätigte Fälle, 88 bestätigte Todesfälle und 13 Genesene registriert.
In der DRK wurden bislang 488 bestätigte Fälle, 86 Todesfälle und 9 Genesene gemeldet. Die bestätigte Fallsterblichkeit liegt bei etwa 18 %. Uganda verzeichnet weiterhin 19 bestätigte Fälle, darunter 2 Todesfälle und 4 Genesene. Neue Fälle wurden zuletzt überwiegend unter bereits bekannten Kontaktpersonen identifiziert.
Der Ausbruchsschwerpunkt liegt weiterhin in den Provinzen Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu im Osten der DRK. Ein Verdachtsfall in Brasilien hatte sich nicht bestätigt.
Erreger: Bundibugyo-Ebolavirus (Spezies des Ebolavirus).
Übertragung: Direkter Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen oder Verstorbener sowie Kontakt mit kontaminierten Materialien.
Inkubationszeit: 2–21 Tage.
Symptome: Fieber, Schwäche, Kopf- und Muskelschmerzen, Durchfall, Erbrechen sowie in schweren Fällen Multiorganversagen und Blutungsmanifestationen.
Therapie: Keine allgemein verfügbare spezifische Standardtherapie; Behandlung erfolgt unterstützend mit intensivmedizinischer Versorgung, Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich sowie Isolationsmaßnahmen.
Bewertung der Situation
Der Ausbruch zeigt weiterhin eine anhaltende Übertragung in einer Region mit erheblichen Herausforderungen durch Unsicherheit, Bevölkerungsbewegungen und eingeschränkten Zugang zu Gesundheitsdiensten. Besonders problematisch sind Defizite bei der Isolierung von Patienten, der Kontaktverfolgung und der Versorgung von Gesundheitseinrichtungen.
Modellierungen der US-Gesundheitsbehörden weisen darauf hin, dass der weitere Verlauf maßgeblich von der Geschwindigkeit und Wirksamkeit der Isolierungsmaßnahmen abhängt. Ohne eine konsequente Unterbrechung von Infektionsketten könnte sich der Ausbruch erheblich ausweiten.
Am 06. Juni 2026 wurde der kommerzielle Flugverkehr am Flughafen Bunia erneut ausgesetzt, nur wenige Tage nach dessen Wiederaufnahme. Die Maßnahme soll der Eindämmung des Ausbruchs dienen, könnte jedoch gleichzeitig die Versorgung betroffener Gebiete mit Personal, Laborproben und medizinischem Material erschweren.
Positiv zu bewerten ist die Genesung eines US-amerikanischen Chirurgen, der sich während eines medizinischen Einsatzes in der DRK infiziert hatte und nach Behandlung in Deutschland als genesen entlassen werden konnte.
Empfehlungen
Reisende: reisemedizinische Beratung einholen. Von nicht notwendigen Reisen in die betroffenen Regionen im Osten der DRK sollte weiterhin abgesehen werden. Reisende sollten den Kontakt zu erkrankten Personen, Gesundheitseinrichtungen außerhalb notwendiger medizinischer Behandlungen sowie zu Verstorbenen vermeiden und auf konsequente Handhygiene achten.
Unternehmen mit Entsendungen in die DRK und nach Uganda: arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Entsendungen in die betroffenen Provinzen sollten auf zwingend notwendige Tätigkeiten beschränkt werden. Unternehmen sollten Notfall- und Evakuierungspläne überprüfen, Mitarbeitende über Übertragungswege informieren und eine engmaschige Gesundheitsüberwachung während und nach dem Einsatz sicherstellen. Aufgrund möglicher Transport- und Flugbeschränkungen sollten auch logistische Risiken berücksichtigt werden.
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