In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 verzeichnet Vietnam einen drastischen Anstieg der Dengue-Fieber-Fälle. Mit über 50.000 registrierten Infektionen liegt die Zahl etwa 2,5-mal so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Allein in Ho-Chi-Minh-Stadt wurden bereits vier Todesfälle gemeldet.
Der aktuelle Ausbruch weist veränderte und unvorhersehbare Muster auf: Die Infektionswelle begann ungewöhnlich früh, da die Fallzahlen bereits seit Jahresbeginn erhöht sind und auch im November und Dezember 2025 nicht wie üblich zurückgingen. Zudem breitet sich das Virus geografisch aus und betrifft nun fast alle Landesteile, einschließlich der nördlichen Provinzen, die historisch seltener betroffen waren. Auch die Altersstruktur hat sich verschoben: Während vor über einem Jahrzehnt im Süden überwiegend Kinder unter 15 Jahren (60–70 %) erkrankten, sind heute Erwachsene und Kinder nahezu gleichermaßen betroffen.
Der dominierende Serotyp ist aktuell DENV-2, welcher von den Gesundheitsbehörden mit einem höheren Risiko für schwere Krankheitsverläufe assoziiert wird. Als Haupttreiber für die verstärkte Übertragung gelten der Klimawandel, anhaltend heißes und feuchtes Wetter, starke Regenfälle, rapide Urbanisierung, hohe Bevölkerungsdichte sowie Defizite in der Umweltinfrastruktur. Die vietnamesischen Behörden reagieren mit intensivierter Mückenbekämpfung, Aufklärungskampagnen, dem Ausbau von Behandlungskapazitäten und der Vorbereitung von Pilotprogrammen für einen neu zugelassenen Dengue-Impfstoff.
Empfehlungen für Reisende in der Region und Unternehmen, die Mitarbeiter in die Region entsenden
- Mückenschutz konsequent umsetzen: lückenloser Schutz essenziell. Dazu gehören das Tragen von heller, hautbedeckender imprägnierter Kleidung, die regelmäßige Anwendung hochwirksamer Repellents (z. B. mit DEET oder Icaridin) sowie die Nutzung von Moskitonetzen und klimatisierten Unterkünften.
- Reisemedizinische Vorsorge und Beratung einholen: Ein wirksamer Impfstoff ist in Europa verfügbar. Idealerweise ist ein Vorlauf für die Grundimmunisierung von 3 Monaten einzuplanen.
- Maßnahmen für Unternehmen: Neben den individuellen Massnahmen für die Mitarbeiter sollten Maßnahmen zur Vektor- und Infektionskontrolle sowei zum Notfallmanagement auf Projekten und Sites vor Ort geplant und umgesetzt werden.
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