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Im Rahmen der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 werden weiterhin verschiedene Infektionskrankheiten in den Gastgeberländern Kanada, USA und Mexiko beobachtet. Besonders relevant bleibt die anhaltende Masernaktivität in allen drei Ländern. Kanada meldete bis Mitte Juni 2026 insgesamt 1.071 Masernfälle. In den USA wurden bereits 2.104 bestätigte Fälle registriert, darunter Expositionsereignisse an den internationalen Flughäfen von Los Angeles und San Francisco. Die größte Belastung besteht jedoch in Mexiko mit 18.385 bestätigten Masernfällen und 43 Todesfällen seit 2025. Besonders betroffen ist der Bundesstaat Jalisco mit 6.501 Fällen, in dem Spiele in Guadalajara stattfinden.

Neben Masern werden weitere gesundheitliche Risiken beobachtet, darunter Denguefieber, West-Nil-Fieber, Lyme-Borreliose, Mpox, durch Zecken übertragene Erkrankungen sowie wetterbedingte Gefahren wie Überschwemmungen und Waldbrände. Bisher wurden jedoch keine größeren krankheitsbedingten Ausbrüche direkt mit der Weltmeisterschaft oder den Veranstaltungsorten in Verbindung gebracht.

1. Masern

Aktuelle Situation

Masern stellen derzeit das bedeutendste infektiologische Risiko für Reisende dar. Bis Juni 2026 wurden in Kanada über 1.000 Fälle, in den USA über 2.100 Fälle und in Mexiko mehr als 18.000 Fälle registriert. Besonders betroffen ist der mexikanische Bundesstaat Jalisco mit der WM-Austragungsstadt Guadalajara.

Erreger: Masernvirus (Familie Paramyxoviridae)

Übertragung: Tröpfcheninfektion und luftgetragene Aerosole; hochkontagiös

Inkubationszeit: 7–21 Tage (meist 10–14 Tage)

Symptome: Fieber, Husten, Schnupfen, Bindehautentzündung, Hautausschlag

Komplikationen: Pneumonie, Enzephalitis, SSPE, Immunsuppression

Therapie: Symptomatische Behandlung; keine spezifische antivirale Therapie

2. Denguefieber

Aktuelle Situation

In Mexiko besteht insbesondere während der Regenzeit ein erhöhtes Risiko für Dengueinfektionen. Betroffen sind vor allem tropische und subtropische Regionen.

Erreger: Denguevirus (Flavivirus)

Übertragung: Stich infizierter Aedes-Mücken

Inkubationszeit: 4–10 Tage

Symptome: Hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Hautausschlag, Übelkeit

Komplikationen: Hämorrhagisches Denguefieber, Dengue-Schock-Syndrom

Therapie: Symptomatische Behandlung und Flüssigkeitsersatz

3. West-Nil-Fieber

Aktuelle Situation

In den USA und Teilen Kanadas treten saisonal West-Nil-Virus-Infektionen auf. Das Risiko steigt während der Sommermonate.

Erreger: West-Nil-Virus (Flavivirus)

Übertragung: Stich infizierter Culex-Mücken

Inkubationszeit: 2–14 Tage

Symptome: Meist asymptomatisch; Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen

Komplikationen: Meningitis, Enzephalitis, neurologische Dauerschäden

Therapie: Symptomatische Behandlung

4. Lyme-Borreliose

Aktuelle Situation

In Kanada und den nördlichen Bundesstaaten der USA nimmt die Verbreitung von Zecken und damit das Risiko für Lyme-Borreliose weiter zu.

Erreger: Borrelia burgdorferi (Bakterium)

Übertragung: Zeckenstich (Ixodes-Arten)

Inkubationszeit: 3–30 Tage

Symptome: Wanderröte (Erythema migrans), Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen

Komplikationen: Neuroborreliose, Herzbeteiligung, chronische Arthritis

Therapie: Antibiotikatherapie (z. B. Doxycyclin)

5. Mpox (ehemals Affenpocken)

Aktuelle Situation

In Nordamerika werden weiterhin vereinzelt Mpox-Fälle registriert. Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung bleibt gering.

Erreger: Mpox-Virus (Orthopoxvirus)

Übertragung: Direkter Hautkontakt, Körperflüssigkeiten, enger körperlicher Kontakt

Inkubationszeit: 5–21 Tage

Symptome: Fieber, Lymphknotenschwellung, charakteristische Hautveränderungen

Komplikationen: Sekundärinfektionen, schwere Verläufe bei Immunsuppression

Therapie: Meist symptomatisch; in schweren Fällen antivirale Therapie möglich

Bewertung der Situation

Aus infektiologischer Sicht stellt die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 derzeit kein außergewöhnliches Gesundheitsereignis dar. Die beobachteten Erkrankungen entsprechen überwiegend saisonalen oder regional endemischen Infektionsgeschehen. Die größte Bedeutung kommt den Masernausbrüchen in Nordamerika zu. Durch die hohe Besucherzahl, internationale Flugbewegungen und große Menschenansammlungen bleibt das Risiko für Übertragungen insbesondere in unzureichend geimpften Bevölkerungsgruppen erhöht.

Für Reisende sind darüber hinaus regionale Risiken durch Vektor-übertragene Erkrankungen relevant. In Kanada und den nördlichen USA nimmt die Aktivität von Zecken und damit das Risiko für Lyme-Borreliose zu. In Mexiko steigt mit Beginn der Regenzeit die Gefahr von Dengueinfektionen. Zusätzlich können extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen oder Waldbrände die medizinische Versorgung und Reiseabläufe beeinträchtigen.

Das Risiko einer Einschleppung hochgefährlicher Erkrankungen wie des derzeitigen Bundibugyo-Ebolavirus-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo wird von internationalen Gesundheitsbehörden als niedrig eingestuft. Für die Austragung der Weltmeisterschaft ergeben sich daraus aktuell keine besonderen Einschränkungen.

Empfehlungen

Reisende: Reisemedizinische Beratung vor Reiseantritt wird empfohlen. Insbesondere sollte ein vollständiger Masernschutz (zwei dokumentierte MMR-Impfungen) überprüft werden. Für Reisen nach Mexiko sollten konsequente Maßnahmen zum Mückenschutz eingehalten werden. Bei Aufenthalten in Parks, Waldgebieten oder Grünanlagen in Kanada und den USA wird ein wirksamer Zeckenschutz empfohlen.

Unternehmen mit Entsendungen zur FIFA-WM 2026: Vor Dienstreisen sollte der Impfstatus aller Mitarbeitenden überprüft werden. Besonderes Augenmerk sollte auf Masern, Tetanus, Diphtherie, Pertussis sowie gegebenenfalls Hepatitis A gelegt werden. Mitarbeitende sollten über regionale Infektionsrisiken, Mücken- und Zeckenschutz sowie Verhaltensmaßnahmen bei Krankheitssymptomen informiert werden. Für längere Aufenthalte in Mexiko oder in Regionen mit erhöhter Dengueaktivität sind zusätzliche Präventionsmaßnahmen erforderlich.

Quelle der Meldung

BEACON – FIFA World Cup 2026 Disease Event Assessment, 19.06.2026.

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