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Am 15. Juni 2026 wurde in der Provinz Salamanca (Autonome Gemeinschaft Kastilien und León) ein Fall des Krim-Kongo-Hämorrhagischen Fiebers (CCHF) bestätigt. Betroffen ist ein 68-jähriger Mann, der sich nach/durch Zeckenstich infiziert hatte. Nach der Erstbehandlung im Universitätsklinikum Salamanca wurde der Patient in das nationale Referenzzentrum, das Gómez-Ulla-Krankenhaus in Madrid, verlegt, wo er sich in stabilem Zustand befindet. Die Diagnose wurde durch das Nationale Zentrum für Mikrobiologie bestätigt. Gesundheitsbehörden leiteten umgehend eine Kontaktverfolgung und die Überwachung aller Kontaktpersonen ein. Der Fall ereignete sich während der saisonalen Zeckenaktivität und bestätigt die anhaltende Viruszirkulation in der Region Salamanca, die inzwischen als Endemiegebiet für das Krim-Kongo-Hämorrhagische Fieber gilt.

Erreger: Krim-Kongo-Hämorrhagisches-Fieber-Virus (CCHFV), RNA-Virus aus der Familie der Nairoviridae.

Übertragung: Vor allem durch den Stich infizierter Hyalomma-Zecken. Eine Ansteckung ist außerdem durch Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten infizierter Tiere sowie von erkrankten Menschen möglich, insbesondere im medizinischen Umfeld.

Inkubationszeit: Nach Zeckenstich meist 1–3 Tage (maximal 9 Tage), nach Kontakt mit infektiösem Blut oder Körperflüssigkeiten 5–13 Tage.

Symptome: Plötzlich einsetzendes hohes Fieber, starke Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Bauchschmerzen. Im weiteren Verlauf können Haut- und Schleimhautblutungen, Petechien, Organversagen und Schock auftreten.

Komplikationen: Schwere Blutungsneigung, Multiorganversagen und hohe Sterblichkeit. Die Letalität liegt weltweit je nach Ausbruch zwischen etwa 10 und 40 %.

Therapie: Es existiert keine zugelassene spezifische antivirale Therapie. Die Behandlung erfolgt intensivmedizinisch und symptomorientiert mit Flüssigkeitsgabe, Gerinnungsstabilisierung und Organunterstützung. Eine frühzeitige Diagnosestellung und konsequente Isolationsmaßnahmen sind entscheidend.

Bewertung der Situation

Der aktuelle Fall bestätigt die etablierte Viruszirkulation des Krim-Kongo-Hämorrhagischen Fiebers in Westspanien. Insbesondere die Provinz Salamanca weist gemeinsam mit den angrenzenden Regionen eine stabile endemische Zirkulation des Virus in Hyalomma-Zecken sowie in Wildtieren wie Hirschen und Wildschweinen auf. Für die Allgemeinbevölkerung bleibt das Erkrankungsrisiko gering. Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem für Personen mit engem Aufenthalt in ländlichen und bewaldeten Gebieten, darunter Landwirte, Jäger, Forstbeschäftigte und Wanderer. Aufgrund der Möglichkeit einer Übertragung über Blut und Körperflüssigkeiten kommt dem konsequenten Infektionsschutz im Gesundheitswesen besondere Bedeutung zu. Mit Beginn der warmen Jahreszeit ist bis in den Herbst hinein weiterhin mit einzelnen Erkrankungsfällen zu rechnen.

Empfehlungen

Reisende: Reisemedizinische Beratung einholen. Vor Aufenthalten in ländlichen Regionen West- und Zentralspaniens wird eine reisemedizinische Beratung empfohlen. Zeckenstiche sollten durch lange Kleidung, geschlossene Schuhe und geeignete Repellents vermieden werden. Nach Aufenthalten im Freien sollte der Körper sorgfältig nach Zecken abgesucht und diese möglichst rasch entfernt werden. Bei Fieber innerhalb von zwei Wochen nach einem Zeckenstich oder nach Kontakt mit Blut von Wild- oder Nutztieren sollte unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen und auf den Aufenthalt in einem Endemiegebiet hingewiesen werden.

Unternehmen mit Entsendungen nach Spanien: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende mit beruflichen Tätigkeiten im Freien sollten über das Risiko von Zeckenstichen sowie geeignete Schutzmaßnahmen informiert werden. Persönliche Schutzausrüstung, Repellents und regelmäßige Hautkontrollen sollten Bestandteil der arbeitsmedizinischen Vorsorge sein. Beschäftigte im Gesundheitswesen müssen bei Verdachtsfällen konsequent die empfohlenen Hygienemaßnahmen und Schutzkleidung anwenden, um eine nosokomiale Übertragung zu verhindern.

Quelle der Meldung

European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC)Junta de Castilla y LéonThe ConversationTribuna

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