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Syrien verzeichnet im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Anstieg der kutanen Leishmaniose (Hautleishmaniose). Nach Angaben der Gesundheitsbehörden wurden rund 25.000 Fälle registriert, was einer Zunahme von 95 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht.

Besonders betroffen sind die Gouvernements Idlib, Deir ez-Zor, ar-Raqqa, Hama und Aleppo. Die stärksten Anstiege wurden in Idlib (+545 %), ar-Raqqa (+395 %) und Deir ez-Zor (+248 %) beobachtet. In Hama wurden bis Ende Mai 2026 insgesamt 9.263 Fälle gemeldet. Aleppo, traditionell eines der Hauptendemiegebiete des Landes, intensivierte bereits seine Kontroll- und Präventionsmaßnahmen.

Die Gesundheitsbehörden führen den Anstieg vor allem auf die Rückkehr vieler Binnenvertriebener in kriegszerstörte Gebiete mit unzureichender Wasser- und Sanitärversorgung zurück. Zusätzlich begünstigen Trümmerflächen, Abfallansammlungen und mangelnde Vektorkontrolle die Vermehrung der Sandmücken. Mit Beginn der sommerlichen Hauptsaison der Sandmücken wird eine weitere Zunahme der Infektionen befürchtet.

Erreger: Leishmania-Parasiten, insbesondere Leishmania tropica und Leishmania major.

Übertragung: Durch den Stich infizierter Sandmücken (Phlebotomus-Arten).

Inkubationszeit: Meist mehrere Wochen bis Monate nach dem Stich.

Symptome: Hautgeschwüre und knotige Hautveränderungen, häufig an unbedeckten Körperstellen. Die Erkrankung ist selten lebensbedrohlich, kann jedoch zu chronischen Hautschäden und Narbenbildung führen.

Therapie: Behandlung mit antiparasitären Medikamenten, abhängig von Erregerart, Ausdehnung der Hautveränderungen und Verfügbarkeit medizinischer Versorgung. Eine frühzeitige Diagnose verbessert die Behandlungsergebnisse.

Bewertung der Situation

Die aktuelle Entwicklung deutet auf eine großflächige Wiederzunahme der Leishmaniose in Syrien hin. Die Erkrankung betrifft inzwischen mehrere Gouvernements gleichzeitig und ist nicht auf einzelne Ausbruchsgebiete beschränkt. Die Kombination aus Bevölkerungsbewegungen, zerstörter Infrastruktur und eingeschränkten Kontrollmaßnahmen schafft günstige Bedingungen für eine weitere Ausbreitung.

Besonders problematisch ist die aktuelle Jahreszeit: Die Hauptaktivität der Sandmücken erstreckt sich von Mai bis September, während die Hautveränderungen häufig erst Wochen oder Monate später sichtbar werden. Dadurch besteht die Gefahr, dass das tatsächliche Ausmaß der Übertragung erst verzögert erkannt wird.

Zusätzlich erschweren eingeschränkter Zugang zu Gesundheitsdiensten, Personalmangel sowie unvollständige Überwachungssysteme die Kontrolle des Ausbruchsgeschehens. Die gemeldeten Fallzahlen dürften daher die tatsächliche Belastung unterschätzen.

Empfehlungen

Reisende: Reisemedizinische Beratung einholen. Bei Reisen nach Syrien sollte ein konsequenter Schutz vor Sandmückenstichen eingehalten werden: Meiden der Habitate, lange, helle Kleidung, Insektenschutzmittel, imprägnierte Moskitonetze sowie klimatisierte oder gut geschützte Unterkünfte. Sandmücken sind insbesondere in den Abend- und Nachtstunden aktiv.

Unternehmen mit Entsendungen nach Syrien: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende sollten über Übertragungswege, Symptome und Schutzmaßnahmen informiert werden. Besondere Aufmerksamkeit ist bei längeren Aufenthalten in ländlichen oder infrastrukturell stark geschädigten Regionen erforderlich. Hautveränderungen nach dem Aufenthalt sollten frühzeitig medizinisch abgeklärt werden.

Quelle der Meldung

SANA / Al Araby / Al Ikhbariah / The Mentor Initiative

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