Im Gouvernement Taiz im Jemen wurden seit Beginn des Jahres 2026 mehr als 22.000 Malariafälle registriert. Lokale Gesundheitsbehörden berichten von einer deutlichen Zunahme der Erkrankungen im Vergleich zu den Vorjahren und warnen vor einer weiteren Ausbreitung.
Bereits im Jahr 2025 wurden in Taiz mehr als 14.000 laborbestätigte Fälle sowie zahlreiche Verdachtsfälle erfasst. Malaria bleibt im gesamten Jemen ein bedeutendes Gesundheitsproblem; nach Angaben der WHO leben rund 64 % der Bevölkerung in Gebieten mit Malariarisiko.
Besonders gefährdet sind Kinder unter fünf Jahren sowie Schwangere, bei denen schwere Krankheitsverläufe häufiger auftreten können.
Erreger: Plasmodien (im Jemen überwiegend Plasmodium falciparum und Plasmodium vivax).
Übertragung: Stich infizierter weiblicher Anopheles-Mücken.
Inkubationszeit: Je nach Erregerart meist 7–30 Tage.
Symptome: Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Schwäche, Übelkeit und Anämie. Schwere Verläufe können zu Organversagen, zerebraler Malaria und Tod führen.
Therapie: Frühzeitige Diagnose und Behandlung mit geeigneten Antimalariamitteln; schwere Fälle erfordern eine stationäre Behandlung.
Bewertung der Situation
Die gemeldete Fallzahl deutet auf eine erhebliche Malariabelastung im Gouvernement Taiz hin. Aufgrund fehlender Angaben zu betroffenen Distrikten, Erregerspezies, Krankenhausaufnahmen oder Sterbefällen lässt sich das genaue Ausmaß der aktuellen Entwicklung jedoch nur eingeschränkt beurteilen.
Die anhaltende humanitäre Krise, eingeschränkte Gesundheitsversorgung, unzureichende Vektorkontrollmaßnahmen sowie saisonale Umweltbedingungen begünstigen die weitere Übertragung. Eine hohe Krankheitslast kann zusätzliche Belastungen für das ohnehin eingeschränkte Gesundheitssystem verursachen.
Für internationale Reisende besteht insbesondere in ländlichen und niedrig gelegenen Regionen des Jemen ein relevantes Infektionsrisiko.
Empfehlungen
Reisende: reisemedizinische Beratung einholen.Vor Reisen in den Jemen sollte eine reisemedizinische Beratung erfolgen. Medikamentöse Malariaprophylaxe ist in den meisten Fällen angezeigt. Konsequenter Mückenschutz (lange Kleidung, Repellents, Moskitonetze, klimatisierte Räume) ist essenziell.
Unternehmen mit Entsendungen in den Jemen: arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Für Mitarbeitende sollten individuelle Malariarisikobewertungen durchgeführt werden. Präventionsmaßnahmen einschließlich Chemoprophylaxe, Mückenschutz und Notfallplanung. Im Unternehmen sollte ein funktionierende Travel Risk Management Prozess bestehen.
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