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Pakistan meldet im Jahr 2026 einen erheblichen Masernausbruch. Nach Angaben des Expanded Programme on Immunization (EPI) wurden bislang rund 28.500 Verdachtsfälle registriert, davon 7.500 laborbestätigte Erkrankungen. Zudem wurden 96 masernbedingte Todesfälle bei Kindern gemeldet.

Die höchste Sterblichkeit wurde in der Provinz Sindh mit 53 Todesfällen verzeichnet, gefolgt von Khyber Pakhtunkhwa (24 Todesfälle), Punjab (15 Todesfälle) und Belutschistan (4 Todesfälle). Allein in Sindh wurden mehr als 2.000 Erkrankungen registriert. Besonders betroffen sind Kinder unter fünf Jahren.

Gesundheitsbehörden berichten, dass die Masernübertragung in allen vier Provinzen anhält. Als wesentliche Ursache werden Impflücken genannt. Schätzungsweise 30 % der Eltern in betroffenen Gebieten haben ihre Kinder nicht gemäß Impfplan immunisieren lassen.

Erreger: Masernvirus (Genus Morbillivirus).

Übertragung: Hochansteckende Tröpfchen- und Aerosolinfektion von Mensch zu Mensch. Das Virus kann bis zu zwei Stunden in der Raumluft infektiös bleiben.

Inkubationszeit: Meist 7–14 Tage, maximal etwa 21 Tage.

Symptome: Fieber, Husten, Schnupfen, Bindehautentzündung, anschließend typischer Hautausschlag. Komplikationen umfassen Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen, Durchfallerkrankungen und selten Gehirnentzündungen (Enzephalitis).

Therapie: Keine spezifische antivirale Behandlung. Die Therapie erfolgt symptomatisch. Schwere Verläufe erfordern intensivmedizinische Betreuung. Die wirksamste Präventionsmaßnahme ist die Impfung.

Bewertung der Situation

Die aktuellen Fallzahlen zeigen, dass Pakistan erneut von einem großflächigen Masernausbruch betroffen ist. Mit mehr als 20.000 gemeldeten Erkrankungen bewegt sich das Land auf einem Niveau vergleichbarer Ausbruchsjahre der vergangenen Dekade.

Besonders besorgniserregend ist die hohe Zahl von Todesfällen bei Kindern unter fünf Jahren. Die bestehenden Impflücken liegen deutlich unter der für einen wirksamen Gemeinschaftsschutz erforderlichen Impfquote von mindestens 95 %. Dadurch bestehen große Gruppen empfänglicher Personen, die eine fortgesetzte Viruszirkulation ermöglichen.

Die tatsächliche Krankheitslast könnte höher liegen als die offiziell gemeldeten Zahlen, da Unterschiede in den Überwachungssystemen der Provinzen auf eine mögliche Untererfassung in einzelnen Regionen hindeuten. Die anhaltende Viruszirkulation sowie die intensive Mobilität innerhalb des Landes erhöhen zudem das Risiko einer weiteren Ausbreitung.

Empfehlungen

Reisende: Reisemedizinische Beratung einholen. Reisende nach Pakistan sollten vor Reiseantritt ihren Masernimpfschutz überprüfen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen mit unklarem oder unvollständigem Impfstatus mindestens eine Masernimpfung. Kinder sollten entsprechend den Impfempfehlungen vollständig geimpft sein.

Unternehmen mit Entsendungen nach Pakistan: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Eine arbeitsmedizinische Vorsorge sollte sicherstellen, dass entsandte Mitarbeitende über einen vollständigen Masernschutz verfügen. Besonders bei längeren Aufenthalten oder Tätigkeiten mit engem Personenkontakt sollte der Impfstatus vor Reisebeginn überprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden. Bei fieberhaften Erkrankungen mit Hautausschlag während oder nach dem Aufenthalt sollte umgehend eine medizinische Abklärung erfolgen.

Quelle der Meldung

The Express Tribune / Minute Mirror / PAKISTAN TODAY

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