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Die Demokratische Republik Kongo (DRK) hat bis zum 25.06.2026 insgesamt 1.203 laborbestätigte Erkrankungen an der Bundibugyo-Virus-Erkrankung (BVD) und 321 Todesfälle registriert (Fallsterblichkeit 26,7 %). In Uganda wurden zusätzlich 20 bestätigte Erkrankungen und zwei Todesfälle gemeldet. Trotz eines Rückgangs der Testpositivrate von 70–80 % Anfang Mai auf etwa 40 % Anfang Juni nimmt die absolute Zahl der bestätigten Fälle weiter zu, was auf eine deutliche Ausweitung der Testkapazitäten bei gleichzeitig anhaltender Viruszirkulation hindeutet. Mehr als ein Dutzend Beschäftigte im Gesundheitswesen haben sich seit Beginn des Ausbruchs infiziert. Am 25.06.2026 wurde zudem der erste importierte Bundibugyo-Fall in Frankreich bestätigt: Ein kongolesischer Arzt infizierte sich vermutlich während seines Einsatzes in einem Ebola-Behandlungszentrum in Ituri, reiste symptomfrei aus der DRK aus und entwickelte die Erkrankung erst nach seiner Ankunft in Frankreich. Als Reaktion führte die DRK für Reisende aus Ebola-betroffenen Gebieten eine verpflichtende 21-tägige Gesundheitsbeobachtung vor nationalen oder internationalen Weiterreisen sowie verstärkte Ausreisekontrollen an den Flughäfen Bunia und Kinshasa ein.

Erreger: Bundibugyo-Ebolavirus (Bundibugyo virus, BDBV), ein Filovirus aus der Gattung Ebolavirus.

Übertragung: Direkter Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten infizierter oder verstorbener Personen sowie über kontaminierte Gegenstände. Eine Übertragung erfolgt erst nach Symptombeginn.

Symptome: Fieber, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Atembeschwerden und Schluckstörungen. Hämorrhagische Zeichen treten initial nur bei etwa 10 % der Patienten auf und sind damit deutlich seltener als bei klassischen Ebola-Ausbrüchen.

Komplikationen: Schwere Flüssigkeitsverluste, Multiorganversagen, Schock und Tod.

Therapie: Spezifisch zugelassene antivirale Medikamente oder Impfstoffe gegen das Bundibugyo-Ebolavirus stehen derzeit nicht zur Verfügung. Die Behandlung erfolgt unterstützend durch frühzeitige intensivmedizinische Versorgung, Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich sowie Behandlung von Komplikationen.

Bewertung der Situation

Der aktuelle Ausbruch ist der bislang größte dokumentierte Bundibugyo-Ebola-Ausbruch und hat innerhalb weniger Wochen bereits mehr als 1.200 bestätigte Fälle erreicht. Gleichzeitig ist der Ausbruch nur eines von vielen gravierenden (gesundheitsbezogenen) Problemen in der Region. Die anhaltende Virusübertragung wird durch bewaffnete Konflikte, eingeschränkte Gesundheitsversorgung, verzögerte Diagnostik und Infektionen unter Gesundheitspersonal begünstigt. Die geringe Häufigkeit hämorrhagischer Symptome erschwert die frühzeitige klinische Erkennung und kann zu verspäteter Isolation führen. Der importierte Fall nach Frankreich zeigt, dass trotz Ausreisekontrollen internationale Einzelfälle möglich bleiben, insbesondere bei medizinischem Personal und anderen Personen mit hohem Expositionsrisiko. Für Deutschland besteht derzeit lediglich ein geringes Risiko importierter Einzelfälle; eine anhaltende Übertragung in der Bevölkerung ist aufgrund der etablierten Infektionsschutzmaßnahmen unwahrscheinlich. Unternehmen mit Mitarbeitenden in der DRK müssen neben einem erhöhten Infektionsrisiko auch mit Reiseeinschränkungen, verlängerten Aufenthalten durch die verpflichtende 21-tägige Gesundheitsbeobachtung sowie möglichen medizinischen Evakuierungen rechnen.

Empfehlungen

Reisende: Reisemedizinische Beratung einholen. Nicht notwendige Reisen in betroffene Regionen vermeiden. Kontakt zu Erkrankten, Verstorbenen und deren Körperflüssigkeiten konsequent meiden. Strenge Händehygiene einhalten und Gesundheitseinrichtungen nur bei zwingender Notwendigkeit aufsuchen. Bei Fieber oder gastrointestinalen Beschwerden während oder bis 21 Tage nach der Rückkehr unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch nehmen und auf den Aufenthalt in der DRK hinweisen.

Unternehmen mit Entsendungen in die DRK: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende vor der Entsendung umfassend zu Übertragungswegen, persönlicher Schutzausrüstung und Hygienemaßnahmen unterweisen. Reiseplanungen an die neuen Ausreisebestimmungen der DRK anpassen und die verpflichtende 21-tägige Gesundheitsbeobachtung berücksichtigen. Medizinische Notfall- und Evakuierungspläne sowie die Möglichkeit einer PCR-Diagnostik und einer spezialisierten Behandlung überprüfen.

Quelle der Meldung

La France en République démocratique du Congo / mediacongo / Africa CDC / Demokratisches Gesundheitsministerium der DR Kongo / New England Journal of Medicine (Clinical Characteristics of Patients Infected with Bundibugyo Virus, DRC 2026) / alima

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