Costa Rica meldete bis zum 23.07.2026 insgesamt 47 bestätigte Chikungunya-Fälle, nachdem wenige Wochen zuvor erst 11 Fälle registriert worden waren. Eine lokale Übertragung wurde in den Provinzen Guanacaste und Alajuela bestätigt. Besonders betroffen sind die Orte Playa Langosta, Huacas, Tamarindo, Sardinal, Belén, Flamingo und El Coyol. Die Ausbrüche wurden vermutlich durch aus Nicaragua eingeschleppte Fälle ausgelöst, gefolgt von einer lokalen Weiterverbreitung durch Aedes aegypti-Mücken. Einige Erkrankungen wurden erst rückblickend erkannt, da Betroffene zunächst keine medizinische Hilfe in Anspruch genommen hatten. Alle bestätigten Fälle verliefen bislang mild; Krankenhausaufenthalte oder Todesfälle wurden nicht berichtet. Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC veröffentlichte am 16.07.2026 eine Reisewarnung der Stufe 2 („erhöhte Vorsichtsmaßnahmen“), insbesondere für die Provinz Guanacaste.
Erreger: Chikungunya-Virus (Alphavirus, Familie Togaviridae).
Übertragung: Stich infizierter Aedes aegypti- und Aedes albopictus-Mücken.
Inkubationszeit: 2–12 Tage (meist 3–7 Tage).
Symptome: Plötzliches hohes Fieber, starke Gelenk- und Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Hautausschlag und Müdigkeit.
Komplikationen: Lang anhaltende Gelenkschmerzen über Monate bis Jahre; schwere Verläufe sind selten.
Therapie: Keine spezifische antivirale Behandlung; symptomatische Therapie mit Flüssigkeitszufuhr, Schmerz- und Fiebermitteln.
Bewertung der Situation
Die steigende Zahl lokal erworbener Fälle zeigt, dass sich das Virus in mehreren Regionen Costa Ricas etabliert hat. Die rückwirkende Erkennung von Fällen deutet darauf hin, dass weitere unerkannte Infektionen möglich sind. Für die lokale Bevölkerung und Reisende in betroffene Regionen besteht ein erhöhtes Risiko für Mückenstiche und Infektionen. Eine unmittelbare Gefahr für Deutschland besteht nicht; importierte Einzelfälle sind jedoch möglich. Es steht ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung.
Empfehlungen
Reisende: Eine reisemedizinische Beratung wird empfohlen. Konsequenter Schutz vor Mückenstichen durch Repellentien, lange Kleidung und klimatisierte oder mückengeschützte Unterkünfte. Impfung rechtzeitig vor der Reise. Stehende Gewässer meiden und bei Fieber oder starken Gelenkschmerzen nach der Reise ärztliche Hilfe aufsuchen.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende vor Dienstreisen über das Risiko informieren, Mückenschutzmaßnahmen bereitstellen und bei Aufenthalten in betroffenen Gebieten arbeitsmedizinische Beratung sicherstellen, Impfung ermöglichen.
Quelle der Meldung
People | infobae | observador | US-CDC
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