Skip to main content

Der nigerianische Bundesstaat Borno meldete bis zum 12.07.2026 mehr als 35.500 Verdachtsfälle von Cholera sowie 198 Todesfälle. Seit den ersten Verdachtsfällen am 01.05.2026 stiegen die Fallzahlen damit im Vergleich zum Stand vom 07.06.2026 (7.850 Fälle, 74 Todesfälle) um mehr als 350 %. Über 24.000 Erkrankte wurden in von Ärzte ohne Grenzen unterstützten Einrichtungen behandelt, wobei mehr als ein Viertel schwere Krankheitsverläufe aufwies. Die Übertragung wird weiterhin durch mangelnden Zugang zu sauberem Trinkwasser, unzureichende Sanitärversorgung, schlechte Abfallentsorgung und Überbelegung in informellen Siedlungen rund um Maiduguri begünstigt. Anfang Juli wurden mehr als 2,6 Millionen Menschen im Rahmen einer Impfkampagne gegen Cholera geimpft.

Erreger: Vibrio cholerae Serogruppe O1 (Ogawa).

Übertragung: Aufnahme von mit Vibrio cholerae kontaminiertem Wasser oder Lebensmitteln; begünstigt durch mangelhafte Hygiene- und Sanitärbedingungen.

Inkubationszeit: Wenige Stunden bis 5 Tage.

Symptome: Akuter wässriger Durchfall, Erbrechen und rasch zunehmende Dehydratation.

Komplikationen: Schwere Austrocknung, Elektrolytstörungen, Kreislaufschock, Nierenversagen und Tod.

Therapie: Sofortige orale oder intravenöse Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution; bei schweren Verläufen zusätzlich Antibiotika.

Bewertung der Situation

Der Ausbruch hat sich innerhalb weniger Wochen erheblich ausgeweitet und belastet die Gesundheitsversorgung in Borno massiv. Trotz des Ausbaus der Behandlungszentren und der groß angelegten Impfkampagne bleibt die Übertragung aufgrund anhaltender Defizite in der Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung (WASH) hoch. Für die lokale Bevölkerung besteht insbesondere in dicht besiedelten Gebieten ein hohes Infektionsrisiko. Für Reisende ist das Risiko bei Aufenthalten in betroffenen Regionen erhöht. Eine unmittelbare Gefahr für Deutschland besteht derzeit nicht, importierte Einzelfälle sind jedoch möglich.

Empfehlungen

Reisende: Eine reisemedizinische Beratung wird empfohlen. Ausschließlich sicheres Trinkwasser verwenden, Lebensmittel hygienisch zubereiten, konsequente Händehygiene einhalten und bei Durchfallerkrankungen sofort medizinische Hilfe aufsuchen.

Unternehmen: Mitarbeitende vor Dienstreisen umfassend über Choleraprävention informieren, Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen und sicheren Zugang zu Trinkwasser und Sanitäranlagen gewährleisten sowie Notfallpläne für die medizinische Versorgung und Evakuierung bereithalten, Impfung gegen Cholera erwägen..

Quelle der Meldung

Médecins Sans Frontières (MSF) / Nigerian Tribune / allAfrica

Ähnliche Meldungen

Dr. med Til Berger

Facharzt für Allgemeinmedizin
Betriebsmedizin
Flugmedizin
Diplom Tropenmedizin (BNI)

Bahnhofstraße 17
86551 Aichach

Sprechzeiten

  • Montag 08:30 Uhr – 12:00 Uhr und 13:00 Uhr – 16:00 Uhr
  • Dienstag 11:30 Uhr – 15:30 Uhr und 16:30 Uhr – 19:30 Uhr
  • Mittwoch 08:30 Uhr – 11:30 Uhr

Reisemedizinische Beratung und Reiseimpfungen

  • Reisemedizinische Beratung & Impfungen
  • Travel Risk Management/ Consulting
  • Gelbfieberimpfstelle
  • Malariaprophylaxe und -beratung
  • Beratung zu tropischen Infektionskrankheiten
  • Dengue Fieber / Dengue Impfung
  • Erstellung einer individuellen Reiseapotheke
  • Gesundheitsberatung für besondere Reisende
  • Tropentauglichkeit & Rückkehruntersuchung
  • Tauchtauglichkeitsuntersuchung (nach DGUV / GTÜM-Standard)
  • Höhenmedizinische Untersuchungen und Beratung
  • Tauglichkeit für Motorbootführerschein
  • Bescheinigungen & internationale Impfausweise
  • Beratung zur Gesundheitsinfrastruktur

Betriebsärztliche Betreuung

  • Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)
  • Travel Risk Management (TRM)/ Consulting
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)
  • Präventionsprogramme für Führungskräfte
  • Gesundheitsschutz bei Auslandentsendung
  • Unterstützung bei der Gefährdungsbeurteilung
  • Regelmäßige Arbeitsschutz-Begehungen
  • Beratung zur Arbeitsplatzgestaltung
  • Allgemeine Betriebsärztliche Sprechstunde
  • Beratung bei Schwangerschaft gem. Mutterschutzgesetz
  • Beratung und Sprechstunde im Rahmen der Wiedereingliederung
  • Alle Arbeitsmedizinische Vorsorgen nach Anlässen
  • Eignungsuntersuchungen, z.B. Tauglichkeit bei Absturzgefährdung
  • Schwerer Atemschutz (Feuerwehr, ehemals G26.3)
  • Führerscheinuntersuchungen für LKW nach FeV
  • Vorsorge für „Weltwärts“ Entsandte
  • Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen (GBU Psych)
  • Bildschirmarbeitsplatzvorsorge
  • Vorsorge bei Infektionsgefährdung gem. BioStoff Verordnung