Die Provinz Iloilo auf den Philippinen meldete vom 04.01. bis 11.07.2026 insgesamt 69 bestätigte Leptospirose-Fälle und acht Todesfälle. Während die Fallzahl leicht unter dem Vorjahresniveau liegt, stieg die Zahl der Todesfälle deutlich an (2025: zwei Todesfälle). Landesweit registrierte das philippinische Gesundheitsministerium bis zum 06.06.2026 insgesamt 2.177 Erkrankungsfälle, was einem Anstieg von 6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Betroffen sind bereits 31 der 42 Gemeinden der Provinz Iloilo. Als Hauptursache gelten die anhaltende Regenzeit und Überschwemmungen, durch die Wasser und Böden mit dem Urin infizierter Nagetiere kontaminiert werden.
Erreger: Leptospira spp. (Bakterien).
Übertragung: Kontakt von verletzter Haut oder Schleimhäuten mit Wasser, Schlamm oder Erde, die durch Urin infizierter Nagetiere oder anderer Tiere verunreinigt sind.
Inkubationszeit: 2–30 Tage (meist 7–12 Tage).
Symptome: Fieber, Schüttelfrost, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen, Übelkeit und gerötete Augen.
Komplikationen: Schwere Leptospirose (Morbus Weil) mit Gelbsucht, Nieren- und Leberversagen, Lungenblutungen, Hirnhautentzündung und Tod.
Therapie: Frühzeitige antibiotische Behandlung (z. B. Doxycyclin oder Penicillin) sowie unterstützende intensivmedizinische Versorgung bei schweren Verläufen.
Bewertung der Situation
Der Anstieg der Todesfälle weist auf schwere Krankheitsverläufe und möglicherweise verzögerte Diagnosestellung oder Behandlung hin. Überschwemmungen während der Regen- und Taifunsaison erhöhen das Infektionsrisiko erheblich, insbesondere für Landwirte und Personen mit Kontakt zu Hochwasser. Für Reisende besteht vor allem in überfluteten Gebieten ein erhöhtes Risiko. Eine unmittelbare Gefahr für Deutschland besteht derzeit nicht; importierte Einzelfälle sind jedoch möglich.
Empfehlungen
Reisende: Eine reisemedizinische Beratung wird empfohlen. Kontakt mit Hochwasser, Schlamm und stehenden Gewässern vermeiden. Wasserdichte Schutzkleidung und festes Schuhwerk tragen, offene Wunden abdecken und bei Fieber nach Überschwemmungskontakt umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen. Eine Doxycyclin-Prophylaxe sollte nur nach ärztlicher Beratung erfolgen.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende über das Infektionsrisiko informieren, geeignete persönliche Schutzausrüstung bereitstellen und bei Einsätzen in Hochwassergebieten arbeitsmedizinische Beratung sowie klare Verfahren zur medizinischen Abklärung fieberhafter Erkrankungen sicherstellen.
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