Im portugiesischen Caldas da Rainha (Distrikt Leiria) wurden bis zum 14. Juli 2026 122 Fälle einer akuten Gastroenteritis registriert. 68 Erkrankte wurden in der Notaufnahme des örtlichen Krankenhauses behandelt. Die meisten Fälle standen im Zusammenhang mit einem internationalen Jugendfußballturnier (04.–08. Juli 2026) mit rund 1.200 Teilnehmenden und Begleitpersonen. Betroffen waren überwiegend Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren, jedoch traten auch Erkrankungen in der örtlichen Bevölkerung auf. Laboruntersuchungen bestätigten Norovirus Genogruppe II als Erreger. Zudem wurden Noroviren auf zwei häufig berührten Oberflächen am Veranstaltungsort nachgewiesen. Ein belastetes Lebensmittel konnte bislang nicht identifiziert werden. Schwere Krankheitsverläufe oder Hospitalisierungen wurden nicht berichtet.
Erreger: Norovirus Genogruppe II.
Übertragung: Fäkal-oral durch direkten Kontakt mit Erkrankten sowie über kontaminierte Lebensmittel, Wasser oder Oberflächen. Bereits geringe Virusmengen können eine Infektion auslösen.
Inkubationszeit: Meist 12–48 Stunden.
Symptome: Plötzlich einsetzendes Erbrechen, Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen, leichtes Fieber und Kopfschmerzen.
Komplikationen: Vor allem Flüssigkeitsverlust und Austrocknung, insbesondere bei Kindern, älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen.
Therapie: Es gibt keine spezifische antivirale Behandlung. Die Therapie besteht aus ausreichender Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr sowie symptomatischer Behandlung.
Bewertung der Situation
Der Ausbruch wurde wahrscheinlich durch die enge Unterbringung und gemeinsame Nutzung von Einrichtungen während des internationalen Sportereignisses begünstigt. Der Nachweis von Noroviren auf Kontaktflächen spricht für eine zusätzliche Übertragung über kontaminierte Oberflächen, ohne den ursprünglichen Infektionsweg eindeutig zu belegen. Da Teilnehmende aus mehreren Ländern anwesend waren, besteht die Möglichkeit weiterer Fälle nach der Rückkehr in ihre Heimatländer. Für die Allgemeinbevölkerung ist das Risiko derzeit als begrenzt einzuschätzen, dennoch bleibt eine verstärkte Überwachung sinnvoll.
Empfehlungen
Reisende: Konsequente Händehygiene mit Wasser und Seife durchführen, insbesondere nach dem Toilettengang und vor dem Essen. Bei Symptomen ausreichend trinken, den Kontakt zu anderen Personen möglichst vermeiden und mindestens 48 Stunden nach Abklingen der Beschwerden keine Speisen für andere zubereiten.
Unternehmen mit Mitarbeitenden in Portugal: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende sollten über die hohe Ansteckungsfähigkeit von Noroviren informiert werden. Erkrankte Beschäftigte sollten bis mindestens 48 Stunden nach Symptomfreiheit nicht an den Arbeitsplatz zurückkehren, insbesondere bei Tätigkeiten im Lebensmittelbereich oder mit engem Personenkontakt. Hygienemaßnahmen und die regelmäßige Desinfektion häufig berührter Oberflächen sollten verstärkt werden.
Quelle der Meldung
Jornaldas Caldas | The Portugal News | Information zu Norovirus
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