Seit dem ersten Nachweis am 03.06.2026 wurden in den USA 39 Fälle eines Befalls mit dem Neuwelt-Schraubenwurm (Cochliomyia hominivorax) bei Nutztieren bestätigt. Betroffen sind überwiegend Schafe, Ziegen, Rinder sowie vereinzelt Hunde in 13 Countys in Texas und einem County in New Mexico. Zwölf Fälle sind derzeit aktiv, 27 wurden erfolgreich behandelt. Der Erreger ist die Larve einer Schmeißfliege, die lebendes Gewebe warmblütiger Tiere befällt und schmerzhafte, sich rasch vergrößernde Wunden verursacht. Eine Übertragung erfolgt durch Eiablage der Fliegen in offene Wunden. Beim Menschen sind Infektionen selten, aber möglich. Die Behandlung besteht in der vollständigen Entfernung der Larven, Wundversorgung und gegebenenfalls antibiotischer Therapie.
Erreger: Larven der Neuwelt-Schraubenwurmfliege (Cochliomyia hominivorax).
Übertragung: Weibliche Fliegen legen Eier in offene Wunden oder Schleimhäute warmblütiger Tiere. Die schlüpfenden Larven dringen in gesundes Gewebe ein und verursachen schwere Gewebeschäden.
Inkubationszeit: Larvenschlupf innerhalb von etwa 12–24 Stunden nach Eiablage.
Symptome: Schmerzhafte, schlecht heilende Wunden mit Larvenbefall, Schwellung, Fieber, Apathie und Gewichtsverlust.
Komplikationen: Ausgedehnte Gewebezerstörung, bakterielle Sekundärinfektionen, Sepsis und Tod unbehandelter Tiere.
Therapie: Mechanische Entfernung der Larven, Wundversorgung, antiparasitäre Behandlung sowie Antibiotika bei bakteriellen Sekundärinfektionen.
Bewertung der Situation
Der Ausbruch weitet sich trotz intensiver Bekämpfungsmaßnahmen räumlich aus. Neue Quarantänezonen wurden eingerichtet, während großflächige Überwachung, Bewegungsbeschränkungen und die Freisetzung steriler Fliegen fortgesetzt werden. Für Reisende besteht derzeit nur ein geringes Risiko. Personen mit schlecht versorgten chronischen Wunden können gefährdet sein. Für die Landwirtschaft können erhebliche wirtschaftliche Schäden entstehen. Für Deutschland besteht aktuell keine unmittelbare Gefahr.
Empfehlungen
Reisende mit Kontakt zu Nutztieren sollten auf konsequente Wundhygiene achten und den Kontakt mit offensichtlich befallenen Tieren vermeiden. Eine reisemedizinische Beratung wird empfohlen.
Unternehmen mit Mitarbeitenden in der Veterinärmedizin, Tierhaltung oder im Agrarsektor sollten über den Schraubenwurmbefall informieren, Tiere regelmäßig auf Wunden kontrollieren und geltende Biosicherheitsmaßnahmen sowie Tiertransportvorschriften beachten. Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen.
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