Bis zum 12. Juli 2026 wurden in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) 1.963 laborbestätigte Erkrankungen durch das Bundibugyo-Ebolavirus (BDBV) sowie 718 Todesfälle registriert. Die Fallsterblichkeit beträgt 36,6 %. Das Ausbruchsgeschehen betrifft mittlerweile 42 Gesundheitszonen in fünf Provinzen, wobei Ituri mit 1.772 Fällen den Schwerpunkt bildet. In den 24 Stunden vor dem Lagebericht wurden 31 neue Fälle und 10 Todesfälle gemeldet. Mehr als 12.300 Kontaktpersonen stehen unter Beobachtung. Gleichzeitig startete am 14. Juli 2026 in Bunia und Rwampara die EBO-PEP-Studie, die den antiviralen Wirkstoff Obeldesivir zur Postexpositionsprophylaxe bei Hochrisikokontakten untersucht. Zudem begann im Vereinigten Königreich eine Phase-I-Studie zu einem ersten Impfstoffkandidaten gegen das Bundibugyo-Ebolavirus.
Erreger: Bundibugyo-Ebolavirus (BDBV), ein Vertreter der Ebolaviren (Filoviridae).
Übertragung: Direkter Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten infizierter Personen oder Verstorbener sowie mit kontaminierten Gegenständen. Eine Übertragung durch Tröpfchen über kurze Distanz bei engem Kontakt ist möglich.
Inkubationszeit: 2–21 Tage, meist 8–10 Tage.
Symptome: Fieber, starke Abgeschlagenheit, Kopf- und Muskelschmerzen, Erbrechen, Durchfall sowie im weiteren Verlauf Blutungen und Multiorganversagen.
Komplikationen: Schwerer Flüssigkeitsverlust, Schock, Organversagen und Tod.
Therapie: Es existieren keine zugelassenen spezifischen Impfstoffe oder Therapien gegen Bundibugyo-Ebolavirus. Die Behandlung besteht aus intensiver unterstützender Therapie. Klinische Studien zu antiviralen Medikamenten und Impfstoffen laufen.
Bewertung der Situation
Der aktuelle Ausbruch ist der größte jemals dokumentierte Ausbruch durch das Bundibugyo-Ebolavirus und nach Fallzahlen der drittgrößte Ebola-Ausbruch überhaupt. Trotz umfangreicher Maßnahmen bestehen weiterhin erhebliche Lücken bei der Kontaktverfolgung, da viele neu bestätigte Fälle zuvor nicht als Kontaktpersonen bekannt waren. Es ist von einer anhaltenden intensiven Viruszirkulation auszugehen. Internationale Exportfälle nach Frankreich und Deutschland sowie die zeitweilige Ausbreitung nach Uganda verdeutlichen das Risiko grenzüberschreitender Übertragungen, auch wenn Uganda seit dem 21. Juni keine neuen Fälle mehr gemeldet hat.
Empfehlungen
Reisende: Eine reisemedizinische Beratung wird empfohlen. Nicht notwendige Reisen in die betroffenen Gebiete der Provinzen Ituri und Nord-Kivu sollten vermieden werden. Direkten Kontakt zu Erkrankten, Verstorbenen sowie Körperflüssigkeiten strikt vermeiden. Gute Händehygiene einhalten und Gesundheitseinrichtungen nur bei medizinischer Notwendigkeit aufsuchen. Bei Fieber oder anderen Symptomen innerhalb von 21 Tagen nach einer Rückkehr sollte unverzüglich ärztliche Hilfe gesucht und auf den Aufenthalt hingewiesen werden.
Unternehmen mit Mitarbeitenden in der DR Kongo: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen.Dienstreisen in die betroffenen Regionen sollten auf das notwendige Minimum beschränkt werden. Mitarbeitende müssen über Übertragungswege und Schutzmaßnahmen informiert werden. Es sollten klare Verfahren zur medizinischen Abklärung, Isolation und gegebenenfalls Evakuierung von Verdachtsfällen bestehen. Mitarbeitende im Gesundheits- oder humanitären Bereich benötigen konsequente persönliche Schutzausrüstung sowie Schulungen zur Infektionsprävention.
Quelle der Meldung
Demokratische Republik Kongo – National Institute of Public Health (INSP) / Africa CDC / ECDC
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