Die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo) meldete bis zum 22.07.2026 insgesamt 2.536 laborbestätigte Erkrankungsfälle durch das Bundibugyo-Ebolavirus sowie 1.033 Todesfälle. Innerhalb von weniger als fünf Tagen stiegen die Fallzahlen um 355 Fälle und die Todesfälle um 169. Der Ausbruch betrifft vor allem die Provinzen Ituri, Nord-Kivu und Haut-Uele. Derzeit befinden sich 738 Patientinnen und Patienten in Isolationsbehandlung, während 506 Erkrankte als genesen gelten. Mehr als 60 % der Todesfälle ereignen sich außerhalb medizinischer Einrichtungen, und weniger als 9 % der Kontaktpersonen werden derzeit nachverfolgt. Konflikte, Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen, Streiks sowie Verzögerungen bei Labordiagnosen erschweren die Eindämmung erheblich.
Erreger: Bundibugyo-Ebolavirus (Spezies Bundibugyo ebolavirus, Familie Filoviridae).
Übertragung: Direkter Kontakt mit Blut, Körperflüssigkeiten oder Gewebe infizierter Menschen oder Tiere sowie über kontaminierte Gegenstände.
Inkubationszeit: 2–21 Tage.
Symptome: Plötzliches Fieber, starke Schwäche, Kopf- und Muskelschmerzen, Erbrechen, Durchfall und Hautausschlag.
Komplikationen: Innere und äußere Blutungen, Multiorganversagen, Schock und Tod.
Therapie: Keine zugelassene spezifische Therapie für Bundibugyo-Ebolavirus; Behandlung erfolgt unterstützend mit intensivmedizinischer Versorgung. Hinweise deuten darauf hin, dass zugelassene Impfstoffe gegen das Zaire-Ebolavirus möglicherweise einen gewissen Schutz bieten könnten.
Bewertung der Situation
Der Ausbruch stellt den bislang größten bekannten Ausbruch des Bundibugyo-Ebolavirus dar und hat bereits mehr als 1.000 Todesfälle verursacht. Die unzureichende Kontaktverfolgung, hohe Zahl von Todesfällen in der Bevölkerung sowie anhaltende Sicherheitsprobleme verhindern eine wirksame Eindämmung. Für die lokale Bevölkerung besteht ein sehr hohes Risiko. Für Reisende ist das Risiko bei Aufenthalten in den betroffenen Regionen hoch, während für Deutschland derzeit nur ein geringes Risiko durch importierte Einzelfälle besteht.
Empfehlungen
Reisende: Nicht notwendige Reisen in die betroffenen Regionen vermeiden. Kontakt zu Erkrankten, Verstorbenen und Wildtieren vermeiden sowie strenge Hygiene- und Schutzmaßnahmen einhalten. Bei Symptomen nach einem Aufenthalt sofort medizinische Hilfe suchen und den Reiseaufenthalt angeben.
Unternehmen: Dienstreisen in die betroffenen Gebiete kritisch prüfen oder verschieben. Mitarbeitende umfassend über Infektionsrisiken informieren, Notfall- und Evakuierungspläne bereithalten und arbeitsmedizinische Beratung sicherstellen.
Quelle der Meldung
independent | NEJM | Aljazeera | Africanews | MSF
Ähnliche Meldungen
Masernausbruch, Pawlodar (Kasachstan)
In der Region Pawlodar in Kasachstan wurden im ersten Halbjahr 2026 398 bestätigte Masernfälle registriert. Dies entspricht einer Vervierfachung der Fallzahlen gegenüber dem gleichen Zeitraum des…
Lepra, Florida (USA)
In den USA wurden in Florida bis Ende Juli 17 Lepra-Fälle (Hansen-Krankheit) bestätigt. Die Erkrankungen verteilen sich auf 14 Landkreise, wobei insbesondere Zentralflorida betroffen ist. Bereits…
Denguefieber, Kambodscha
Kambodscha verzeichnet 2026 einen deutlichen Anstieg der Denguefieber-Fälle. Bis zum 12.07.2026 wurden 28.074 Erkrankungen und 38 Todesfälle registriert. Dies entspricht einem Anstieg von 58,1 %…
Adenovirus, Vietnam
Das vietnamesische Gesundheitsministerium hat am 21.07.2026 aufgrund eines deutlichen Anstiegs von Adenovirus-Infektionen bei Kindern eine landesweite Gesundheitswarnung herausgegeben. Das Nationale…



