Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde am 15. Juni 2026 der dritte humane Fall einer hochpathogenen aviären Influenza (HPAI, Influenza A(H5)) in Bangladesch im Jahr 2026 bestätigt. Betroffen ist ein Kind aus der Division Sylhet, das seit dem 17. Mai 2026 unter Atemwegssymptomen litt und ambulant behandelt wurde. Die Laborbestätigung mittels RT-PCR erfolgte erst am 11. Juni 2026. Das Kind erholte sich vollständig. Eine direkte Exposition gegenüber Geflügel wurde nicht berichtet, jedoch wurden Geflügeltodesfälle in der Umgebung festgestellt. Alle engen Kontaktpersonen blieben symptomfrei und sämtliche Kontakt- sowie Umweltproben waren negativ. Hinweise auf eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung liegen nicht vor.
Erreger: Hochpathogenes aviäres Influenzavirus A(H5) (Vogelgrippevirus).
Übertragung: Vor allem durch direkten oder indirekten Kontakt mit infiziertem Geflügel oder kontaminierten Umgebungen; eine anhaltende Mensch-zu-Mensch-Übertragung wurde nicht nachgewiesen.
Inkubationszeit: Meist 2–8 Tage, in Einzelfällen bis zu 17 Tage.
Symptome: Fieber, Husten, Halsschmerzen, Atemnot und grippeähnliche Beschwerden; schwere Lungenentzündungen können auftreten.
Komplikationen: Schwere Pneumonie, akutes Atemnotsyndrom (ARDS), Multiorganversagen und Tod.
Therapie: Frühzeitige antivirale Behandlung (z. B. Oseltamivir) sowie unterstützende intensivmedizinische Versorgung bei schweren Verläufen.
Bewertung der Situation
Mit drei bestätigten humanen HPAI(H5)-Fällen im Jahr 2026 verzeichnet Bangladesch eine Zunahme gegenüber den bisher seltenen Einzelfällen. Die Fälle stehen weiterhin im Zusammenhang mit der Viruszirkulation bei Geflügel. Nach Einschätzung der WHO besteht derzeit kein Hinweis auf eine anhaltende Mensch-zu-Mensch-Übertragung, sodass das Risiko für die Allgemeinbevölkerung weiterhin als gering eingestuft wird. Für Reisende ist das Risiko ebenfalls niedrig, sofern Kontakte zu Geflügel und Geflügelmärkten vermieden werden.
Empfehlungen
Reisende: Eine reisemedizinische Beratung wird empfohlen. Kontakt zu lebendem oder verendetem Geflügel sowie zu Geflügelmärkten vermeiden. Nur gut durchgegartes Geflügel und Eier verzehren. Regelmäßige Händehygiene einhalten. Bei Fieber oder Atemwegssymptomen nach einer Reise ärztliche Hilfe suchen und auf den Aufenthalt hinweisen.
Unternehmen mit Mitarbeitenden in Bangladesch: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende über das geringe, aber vorhandene zoonotische Risiko informieren. Dienstreisende sollten Geflügelkontakte vermeiden und über geeignete Hygienemaßnahmen aufgeklärt werden. Beschäftigte mit beruflichem Tierkontakt benötigen besondere Schutzmaßnahmen entsprechend den geltenden Empfehlungen.
Quelle der Meldung
World Health Organization (WHO) | Information zu Vogelgrippe
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