Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet über einen Ausbruch der Ebola-Erkrankung durch das Bundibugyo-Virus in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und in Uganda. Die WHO stufte die Lage am 16. Mai 2026 als „Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ (PHEIC) ein.
Bis zum 21. Mai 2026 wurden in der DRK 746 Verdachtsfälle mit 176 Todesfällen sowie insgesamt 85 laborbestätigte Fälle in beiden Ländern registriert, darunter zehn bestätigte Todesfälle. Betroffen sind vor allem die Provinzen Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu. In Uganda wurden bislang zwei importierte Fälle ohne gesicherte lokale Weiterübertragung festgestellt.
Ebola ist eine schwere virale hämorrhagische Erkrankung. Der Erreger gehört zur Familie der Filoviren. Das Bundibugyo-Virus ist eine seltene Ebola-Variante, für die derzeit weder ein zugelassener Impfstoff noch eine spezifische antivirale Therapie verfügbar sind.
Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Menschen oder Verstorbener sowie durch kontaminierte Gegenstände. Besonders riskant sind medizinische Versorgung ohne ausreichende Schutzmaßnahmen und traditionelle Bestattungen. Die WHO berichtet bereits über mehrere infizierte und verstorbene Gesundheitsmitarbeiter.
Zu den Symptomen zählen Fieber, Schwäche, Kopf- und Muskelschmerzen, Erbrechen, Durchfall sowie Blutungen. Komplikationen umfassen Multiorganversagen und schwere Kreislaufstörungen. Die Behandlung besteht überwiegend aus intensiver unterstützender Therapie, insbesondere Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich sowie Behandlung von Komplikationen.
Die Eindämmung wird durch bewaffnete Konflikte, hohe Mobilität der Bevölkerung, eingeschränkte Kontaktverfolgung und Misstrauen gegenüber Behörden erschwert. Die WHO bewertet das Risiko national in der DRK inzwischen als „sehr hoch“, regional als „hoch“ und global weiterhin als „niedrig“.
Bewertung der Situation
Für die einheimische Bevölkerung besteht ein erhebliches Gesundheitsrisiko durch begrenzte medizinische Versorgung, hohe Mobilität und schwierige Sicherheitslagen in den betroffenen Regionen. Besonders gefährdet sind Gesundheitskräfte und Personen mit engem Kontakt zu Erkrankten.
Für Reisende ist das Risiko außerhalb direkter Kontakte zu Erkrankten derzeit niedrig. Ein erhöhtes Risiko besteht jedoch bei Aufenthalten in medizinischen Einrichtungen, humanitären Einsätzen oder engem Kontakt zur lokalen Bevölkerung in betroffenen Regionen.
Für Deutschland wird das Risiko einer Einschleppung derzeit als gering eingeschätzt. Einzelne importierte Fälle sind jedoch möglich, insbesondere bei Rückkehrern oder medizinischen Evakuierungen. Bereits ein infizierter US-Staatsbürger wurde zur Behandlung nach Deutschland verlegt. ([Weltgesundheitsorganisation][1])
Unternehmen mit entsandten Mitarbeitenden in die DRK oder angrenzende Regionen müssen mit erhöhten betrieblichen Risiken rechnen. Dazu zählen medizinische Evakuierungen, Reiseeinschränkungen, Ausfälle von Personal sowie Einschränkungen logistischer Abläufe.
Empfehlungen
Reisende sollten:
- Reisen in betroffene Gebiete kritisch prüfen.
- Kontakt zu Erkrankten, Verstorbenen und Körperflüssigkeiten unbedingt vermeiden.
- Krankenhäuser und Behandlungszentren nur bei zwingender Notwendigkeit aufsuchen.
- Auf konsequente Händehygiene achten.
- Beim Auftreten von Fieber nach Rückkehr sofort medizinische Hilfe suchen und auf den Aufenthalt hinweisen.
Unternehmen sollten:
- Eine aktuelle Gefährdungsbeurteilung für Dienstreisen durchführen.
- Nicht notwendige Reisen in betroffene Regionen verschieben.
- Mitarbeitende über Ebola-Risiken und Schutzmaßnahmen unterweisen.
- Medizinische Evakuierungs- und Notfallpläne überprüfen.
- Gesundheitsmonitoring für entsandte Mitarbeitende etablieren.
Quelle der Meldung/ weitere Informationen:
WHO | WHO DG | WHO IHR | Auswärtiges Amt | ARD
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